So haben wir bewertet
Jedes Produkt erhält für jedes Kriterium eine Teilnote. Die Gesamtnote ist der gewichtete Durchschnitt dieser Teilnoten. Grundlage sind Herstellerangaben, Händlerdaten und Kundenbewertungen, Stand Oktober 2026.
Messung und Validierung (30 %)
Herzrhythmus-Erkennung, angegebene klinische Validierung und farbige Einstufung der Werte.
| Produkt | Note | Begründung |
|---|
| 1. Omron X7 Smart AFib | 1,3 | Prüft bei jeder Messung auf mögliches Vorhofflimmern, erkennt Körperbewegungen und nennt eine Validierung auch für Diabetes und Schwangerschaft. |
| 2. Braun ExactFit 5 Connect BUA6350 | 1,8 | Zeigt unregelmäßigen Herzschlag an, stuft farbig nach WHO ein und nennt eine nachgewiesene Genauigkeit nach ESH-Protokoll, aber kein AFib-Screening. |
| 3. Omron X3 Comfort AFib | 1,5 | AFib-Screening bei jeder Messung, Erkennung von Körperbewegungen und Validierung auch für Diabetes und Schwangerschaft, jedoch keine farbige Einstufung. |
| 4. Braun ExactFit 3 BUA6150 | 2,3 | Nachgewiesene Genauigkeit nach ESH-Protokoll und farbige WHO-Einstufung, eine Herzrhythmus-Erkennung ist nicht angegeben. |
| 5. Beurer BM 35 | 2,6 | Arrhythmie-Erkennung und Risikoindikator mit Farbskala, eine klinische Validierung ist auf der Herstellerseite nicht angegeben. |
| 6. Medisana BU 535 Voice | 2,9 | Ampel-Farbskala und Anzeige von unregelmäßigem Herzschlag, eine klinische Validierung nennt Medisana nicht. |
| 7. Withings BPM Connect | 3,4 | Farbcodierung am LED-Display, aber keine Angabe zu Herzrhythmus-Erkennung oder klinischer Validierung auf den geprüften Seiten. |
| 8. Medisana BU 512 | 2,9 | WHO-Ampelskala und Arrhythmie-Anzeige, eine klinische Validierung nennt Medisana nicht. |
| 9. Beurer BM 58 | 2,6 | Arrhythmie-Erkennung und Risikoindikator mit Farbskala, eine klinische Validierung nennt die Herstellerseite nicht. |
| 10. Boso medicus smart | 1,9 | Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga (Validierung 2005) und Arrhythmie-Erkennung, eine farbige Einstufung ist nicht angegeben. |
Manschette und Passform (25 %)
Manschettenumfang und Zahl der mitgelieferten Manschetten, denn nur eine passende Manschette liefert richtige Werte.
| Produkt | Note | Begründung |
|---|
| 1. Omron X7 Smart AFib | 1,5 | Eine Intelli Wrap Manschette deckt 22 bis 42 cm ab, eine zweite Manschette ist nicht nötig. |
| 2. Braun ExactFit 5 Connect BUA6350 | 1,3 | Zwei Manschetten, S/M und L/XL, decken zusammen 22 bis 42 cm ab, das ist die beste Lösung im Feld. |
| 3. Omron X3 Comfort AFib | 1,5 | Die Intelli Wrap Manschette deckt 22 bis 42 cm ab, wie beim X7. |
| 4. Braun ExactFit 3 BUA6150 | 1,3 | Zwei Manschetten, 22 bis 32 cm und 32 bis 42 cm, im Lieferumfang, wie beim ExactFit 5 Connect. |
| 5. Beurer BM 35 | 2,5 | Eine Manschette für 22 bis 36 cm, eine XL-Manschette für 30 bis 42 cm gibt es nur als Zubehör. |
| 6. Medisana BU 535 Voice | 2,5 | Eine Manschette für 22 bis 36 cm, eine Zusatzmanschette für 30 bis 42 cm ist separat erhältlich. |
| 7. Withings BPM Connect | 1,5 | Eine Manschette für 22 bis 42 cm, wie bei den Omron-Geräten. |
| 8. Medisana BU 512 | 2,5 | Eine Manschette für 22 bis 36 cm, eine größere für 32 bis 42 cm gibt es als Sonderzubehör. |
| 9. Beurer BM 58 | 3,4 | Die mitgelieferte Manschette passt nur für 22 bis 30 cm, das ist der engste Bereich im Feld. |
| 10. Boso medicus smart | 2,8 | Eine Standardmanschette für 22 bis 32 cm, eine XL-Manschette für 32 bis 48 cm ist optional. |
Speicher und Datenübertragung (20 %)
Speicherplätze, Nutzerprofile und Übertragung per App, Bluetooth oder USB.
| Produkt | Note | Begründung |
|---|
| 1. Omron X7 Smart AFib | 1,2 | 2 x 100 Speicherplätze plus Gastmodus und Bluetooth-Übertragung an die App OMRON Connect, das ist der beste Wert im Feld. |
| 2. Braun ExactFit 5 Connect BUA6350 | 1,7 | 2 x 60 Speicherplätze und Bluetooth-Übertragung an die Braun Healthy Heart App. |
| 3. Omron X3 Comfort AFib | 2,4 | 2 x 60 Speicherplätze und Gastmodus, aber keine App und keine Datenübertragung. |
| 4. Braun ExactFit 3 BUA6150 | 2,9 | Nur 2 x 40 Speicherplätze und keine bestätigte Anbindung an eine App. |
| 5. Beurer BM 35 | 2,2 | 2 x 60 Speicherplätze und Scan & Save zur Übernahme der Werte in die App, aber keine Bluetooth-Verbindung. |
| 6. Medisana BU 535 Voice | 2,3 | 2 x 120 Speicherplätze sind der größte Speicher je Nutzer im Feld, eine App-Anbindung ist nicht angegeben. |
| 7. Withings BPM Connect | 1,4 | Automatische Übertragung per WLAN oder Bluetooth an die Health Mate App, der Verlauf wird dort gespeichert. |
| 8. Medisana BU 512 | 2,5 | 2 x 90 Speicherplätze und Durchschnitt aller Werte, aber keine App-Anbindung. |
| 9. Beurer BM 58 | 2,0 | 2 x 60 Speicherplätze, Übertragung per USB-Kabel an den PC oder per Scan & Save in die App. |
| 10. Boso medicus smart | 3,6 | Zu Speicherplätzen, Nutzerprofilen und Übertragung gibt die Händlerseite keine Angaben. |
Handhabung und Ausstattung (10 %)
Anzeige, Gewicht, Stromversorgung und Zubehör im Lieferumfang.
| Produkt | Note | Begründung |
|---|
| 1. Omron X7 Smart AFib | 1,6 | Dual-Screen-Vergleich mit früheren Werten und Aufbewahrungstasche, eine farbige Einstufung ist nicht angegeben. |
| 2. Braun ExactFit 5 Connect BUA6350 | 1,9 | XL-Display und Aufbewahrungsbeutel, das Gewicht ist nicht angegeben. |
| 3. Omron X3 Comfort AFib | 2,4 | Etui und Batterien liegen bei, zu Anzeige und Gewicht macht die Herstellerseite keine Angaben. |
| 4. Braun ExactFit 3 BUA6150 | 2,3 | Aufbewahrungstasche und Batteriestandsanzeige, mit 500 g eines der schwereren Geräte. |
| 5. Beurer BM 35 | 2,1 | Tasche und Blutdruckpass liegen bei, 391 g Gewicht, 5 Jahre Garantie. |
| 6. Medisana BU 535 Voice | 1,5 | Sprachausgabe in sechs Sprachen, große Ziffern, nur 230 g Gewicht und Aufbewahrungsbeutel. |
| 7. Withings BPM Connect | 1,9 | LED-Matrix-Display, Akku mit Micro-USB-Ladung und 250 g Gewicht, Angaben zum Zubehör fehlen. |
| 8. Medisana BU 512 | 2,2 | Große Ziffern und 300 g Gewicht, Angaben zum Zubehör im Lieferumfang fehlen. |
| 9. Beurer BM 58 | 1,7 | Beleuchtetes Schwarzdisplay mit Sensor-Touch-Tasten, Aufbewahrungstasche und 5 Jahre Garantie. |
| 10. Boso medicus smart | 2,6 | Halbautomatische Messung mit Aufpumphilfe, Etui und Blutdruckpass, das Gewicht ist nicht angegeben. |
Preis-Leistung (15 %)
Verhältnis aus den übrigen Teilnoten und dem aktuellen Straßenpreis.
| Produkt | Note | Begründung |
|---|
| 1. Omron X7 Smart AFib | 2,3 | Rund 90 Euro gehören zu den höchsten Preisen im Feld, die Ausstattung rechtfertigt das nur zum Teil. |
| 2. Braun ExactFit 5 Connect BUA6350 | 1,8 | Für rund 60 Euro gibt es zwei Manschetten, App und Herzschlag-Hinweis, das passt zum Funktionsumfang. |
| 3. Omron X3 Comfort AFib | 1,4 | Rund 50 Euro für AFib-Screening, Validierung und große Manschette, das beste Verhältnis im Feld. |
| 4. Braun ExactFit 3 BUA6150 | 1,7 | Unter 45 Euro für zwei Manschetten und nachgewiesene Genauigkeit, ein günstiger Einstieg. |
| 5. Beurer BM 35 | 1,5 | Rund 30 Euro für Arrhythmie-Erkennung, Durchschnittswerte und Risikoindikator, dazu über 1.100 Bewertungen. |
| 6. Medisana BU 535 Voice | 1,6 | Rund 30 Euro für großen Speicher, Sprachausgabe und leichtes Gerät, die Validierung fehlt. |
| 7. Withings BPM Connect | 3,2 | Rund 100 Euro sind der höchste Preis im Feld, auf den geprüften Seiten fehlen dafür Herzrhythmus-Erkennung und Validierungsangabe. |
| 8. Medisana BU 512 | 1,8 | Rund 30 Euro für ein schlichtes Gerät mit Herzschlag-Hinweis und über 400 Bewertungen. |
| 9. Beurer BM 58 | 2,2 | Rund 40 Euro, die enge Manschette schränkt den Nutzen im Vergleich zu ähnlich teuren Geräten ein. |
| 10. Boso medicus smart | 2,5 | Rund 50 Euro für ein validiertes, aber sehr einfach ausgestattetes Gerät ohne bekannte Speicherdaten. |
Kaufberatung: Worauf Sie bei Blutdruckmessgeräte achten sollten
Welche Bauarten gibt es?
Für die Messung zu Hause gibt es Geräte für den Oberarm, für das Handgelenk und für den Finger. In diesem Vergleich geht es ausschließlich um Oberarmgeräte. Sie gelten als Standard für die Selbstmessung, und die Deutsche Hochdruckliga rät für die Messung zu Hause in der Regel zu diesem Typ. Handgelenkgeräte reagieren empfindlicher auf die Haltung des Arms, schon eine Handlage unterhalb der Herzhöhe verfälscht den Wert.
Alle zehn verglichenen Geräte messen nach dem oszillometrischen Verfahren. Die Manschette wird aufgepumpt und wieder entlastet, ein Sensor erfasst dabei die Druckschwankungen, die der Puls in der Manschette erzeugt, und das Gerät berechnet daraus Systole und Diastole. Der Unterschied liegt in der Bedienung: Vollautomatische Geräte pumpen die Manschette selbst auf, halbautomatische Geräte wie das Boso medicus smart verlangen das Aufpumpen von Hand.
Für ältere Nutzer ist die vollautomatische Messung mit einer einzigen Taste meist die bequemere Lösung. Das halbautomatische Prinzip ist deutlich seltener geworden und spielt vor allem bei Zweitgeräten für unterwegs eine Rolle.
Die richtige Manschette
Die Manschette ist der wichtigste Teil des Geräts. Eine zu kleine Manschette zeigt zu hohe Werte an, eine zu große zu niedrige. Messen Sie deshalb vor dem Kauf den Umfang Ihres Oberarms, am besten in der Mitte zwischen Schulter und Ellenbogen mit einem weichen Maßband, das locker anliegt.
Die Hersteller geben den passenden Umfang in Zentimetern an. Alle zehn Geräte im Vergleich beginnen bei 22 cm, sie unterscheiden sich im oberen Bereich. Die Tabelle zeigt, welche Geräte bei welchem Umfang mit der mitgelieferten Manschette auskommen.
| Oberarmumfang | Passende Geräte mit mitgelieferter Manschette |
|---|
| 22 bis 30 cm | Alle zehn Geräte |
| über 30 bis 32 cm | Alle außer Beurer BM 58 |
| über 32 bis 36 cm | Alle außer Beurer BM 58 und Boso medicus smart |
| über 36 bis 42 cm | Omron X7 Smart AFib, Omron X3 Comfort AFib, Braun ExactFit 3, Braun ExactFit 5 Connect, Withings BPM Connect |
Beurer, Medisana und Boso bieten größere Manschetten als Zubehör an, etwa für 30 bis 42 cm oder 32 bis 48 cm. Das erhöht den Gesamtpreis. Bei Braun liegen zwei Manschetten bereits im Lieferumfang, bei Omron und Withings deckt eine Manschette 22 bis 42 cm ab.
Messgenauigkeit und klinische Validierung
Ob ein Gerät richtig misst, zeigt eine Validierungsstudie. Dabei werden die Werte des Geräts mit denen eines geschulten Prüfers verglichen, der mit Stethoskop misst. Verbreitet sind das Internationale Protokoll der Europäischen Gesellschaft für Bluthochdruck (ESH-IP) und die Norm ISO 81060-2. Nach dieser Norm darf die mittlere Abweichung höchstens 5 mmHg betragen, die Standardabweichung höchstens 8 mmHg.
Hersteller nennen die Prüfung unterschiedlich genau. Omron gibt für die Modelle X7 Smart AFib und X3 Comfort AFib eine klinische Validierung an, auch für Typ-2-Diabetes und für die Schwangerschaft. Bei Braun ist laut Händlerangabe die Genauigkeit nach dem ESH-Protokoll nachgewiesen. Boso verweist auf das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga. Bei Beurer, Medisana und Withings fand sich auf den geprüften Seiten keine solche Angabe. Das bedeutet nicht, dass keine Prüfung existiert, es bedeutet nur, dass der Anbieter sie dort nicht nennt.
Achten Sie beim Kauf auf das genaue Protokoll. Die Angabe „klinisch geprüft“ ohne Nennung eines Protokolls ist wenig aussagekräftig. Die Deutsche Hochdruckliga veröffentlicht außerdem eine Liste geprüfter Geräte, in der Sie das Modell nachschlagen können.
Herzrhythmus-Erkennung und Vorhofflimmern
Viele Geräte weisen auf einen unregelmäßigen Herzschlag hin. Das geschieht während der Messung, wenn der Abstand zwischen den Pulswellen stark schwankt. Beim Beurer BM 35, Beurer BM 58, Medisana BU 535 Voice, Medisana BU 512, Braun ExactFit 5 Connect und Boso medicus smart ist eine solche Anzeige angegeben.
Einen Schritt weiter gehen die Omron-Modelle X7 Smart AFib und X3 Comfort AFib. Sie prüfen bei jeder Messung auf mögliches Vorhofflimmern. Das ist eine häufige Herzrhythmusstörung, die mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden ist und oft ohne Beschwerden verläuft.
Wichtig ist die Einordnung: Ein Hinweis des Geräts ist keine Diagnose und ersetzt kein EKG. Auch Bewegung, Sprechen oder eine falsch angelegte Manschette können einen Hinweis auslösen. Erscheint der Hinweis wiederholt, sprechen Sie beim nächsten Termin mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber und bringen Sie Ihre gespeicherten Werte mit.
Speicher, Nutzerprofile und App
Die meisten Geräte speichern Werte für zwei Nutzer getrennt. Die Zahl der Speicherplätze reicht im Vergleich von 2 x 40 beim Braun ExactFit 3 bis 2 x 120 beim Medisana BU 535 Voice. Das Omron X7 Smart AFib und das Omron X3 Comfort AFib bieten zusätzlich einen Gastmodus, dessen Werte nicht in die Nutzerspeicher gelangen.
Für die Weitergabe an die Arztpraxis gibt es drei Wege. Der erste ist der Blutdruckpass oder ein Heft, in das Sie die Werte von Hand eintragen. Der zweite ist die Übertragung per Bluetooth oder WLAN in eine App, wie beim Omron X7 Smart AFib, beim Braun ExactFit 5 Connect und beim Withings BPM Connect. Der dritte ist ein Kabel oder eine Kamera: Beurer überträgt Werte des BM 58 per USB und liest die Anzeige aller Beurer-Geräte mit der Funktion Scan & Save über die Smartphone-Kamera aus.
Wer kein Smartphone nutzen möchte, braucht keine App. Alle Geräte messen und zeigen die Werte unabhängig davon an. Prüfen Sie bei App-Geräten, welche Daten die Anwendung speichert, denn Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert.
Anzeige, Stromversorgung und laufende Kosten
Gut lesbare Ziffern sind für ältere Nutzer ein echtes Kaufkriterium. Das Medisana BU 535 Voice hat besonders große Ziffern und eine Sprachausgabe. Das Beurer BM 58 hat ein beleuchtetes Display, das Withings BPM Connect eine LED-Matrix mit Farbcodierung. Eine farbige Einstufung der Werte nach der Skala der Weltgesundheitsorganisation zeigen unter anderem die Braun-Modelle und die Medisana-Geräte.
Bis auf das Withings BPM Connect, das einen per Micro-USB geladenen Akku nutzt, arbeiten alle Geräte mit Batterien. Meist sind es vier Batterien der Größe AA. Beurer gibt für das BM 35 etwa 300 Messungen pro Batteriesatz an, für das BM 58 etwa 250.
Ein Rechenbeispiel für das BM 35: Wer sieben Tage lang morgens und abends je zwei Messungen macht, kommt auf 28 Messungen, das ist knapp ein Zehntel eines Batteriesatzes. Wer dauerhaft zweimal täglich misst, kommt auf 730 Messungen im Jahr, bei 300 Messungen pro Satz sind das rund 2,4 Sätze. Wenn ein Vierersatz Alkaline-Batterien 4 Euro kostet, ergeben sich etwa 10 Euro im Jahr. Das Beurer BM 58 lässt sich außerdem mit einem Netzteil betreiben, ob es im Lieferumfang liegt, nennt die Herstellerseite nicht.
So messen Sie richtig
Auch das beste Gerät liefert falsche Werte, wenn die Bedingungen nicht stimmen. Diese Hinweise gelten für fast alle Oberarmgeräte, die genaue Anleitung steht im Handbuch Ihres Geräts.
- Vor der Messung fünf Minuten ruhig sitzen, Rücken angelehnt, beide Füße flach auf dem Boden, Beine nicht überkreuzt.
- Mindestens 30 Minuten vorher kein Kaffee, keine Zigarette und keine körperliche Anstrengung. Die Blase sollte nicht voll sein.
- Die Manschette direkt auf die Haut legen, nicht über dicke Kleidung, und eng, aber nicht schnürend anlegen.
- Den Arm auf einem Tisch ablegen, sodass die Manschette etwa in Herzhöhe liegt. Während der Messung nicht sprechen und sich nicht bewegen.
- Bei der ersten Anwendung beide Arme messen. Weichen die Werte deutlich voneinander ab, sprechen Sie dies beim Arzttermin an.
Häufig empfohlen wird, vor einem Arzttermin sieben Tage lang jeweils morgens und abends zwei Messungen im Abstand von etwa einer Minute durchzuführen und die Werte zu notieren. Wie lange und wie oft Sie dauerhaft messen, legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest.
Blutdruckwerte einordnen
Die Angaben in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) bestehen aus zwei Zahlen: dem oberen, systolischen Wert beim Herzschlag und dem unteren, diastolischen Wert in der Pause dazwischen. Die folgende Tabelle zeigt die Klassen der Europäischen Gesellschaft für Bluthochdruck für Messungen in der Arztpraxis. Liegen die beiden Werte in unterschiedlichen Klassen, gilt die höhere.
| Klasse | Systolisch (mmHg) | Diastolisch (mmHg) |
|---|
| Optimal | unter 120 | unter 80 |
| Normal | 120 bis 129 | 80 bis 84 |
| Hochnormal | 130 bis 139 | 85 bis 89 |
| Bluthochdruck Grad 1 | 140 bis 159 | 90 bis 99 |
| Bluthochdruck Grad 2 | 160 bis 179 | 100 bis 109 |
| Bluthochdruck Grad 3 | ab 180 | ab 110 |
Für die Selbstmessung zu Hause gilt ein etwas niedrigerer Grenzwert, in den deutschen Leitlinien 135/85 mmHg. Die Einordnung Ihrer Werte und alle weiteren Schritte gehören in ärztliche Hände. Ein einzelner hoher Wert ist noch kein Grund zur Sorge, entscheidend sind wiederholte Messungen unter gleichen Bedingungen.
Typische Fehler beim Kauf
- Falsche Manschettengröße: Wer den Armumfang nicht misst, kauft häufig eine Manschette, die an der Grenze des Bereichs sitzt oder gar nicht passt. Das Beurer BM 58 endet bei 30 cm, das Boso medicus smart bei 32 cm.
- Handgelenk statt Oberarm: Günstige Handgelenkgeräte sind verlockend, für verlässliche Werte zu Hause empfehlen Fachgesellschaften aber in der Regel den Oberarm.
- Nur auf den Preis schauen: Die Preise der verglichenen Geräte liegen zwischen 30 und 100 Euro. Wichtiger als der Preis sind passende Manschette und ein Prüfnachweis.
- Unklare Validierung: Fehlt die Angabe eines Protokolls, ist die Genauigkeit schwer einzuschätzen. Fragen Sie im Zweifel beim Hersteller oder in der Apotheke nach.
- App ohne Bedarf: Eine App-Anbindung nützt nur, wenn Sie sie nutzen werden. Ohne Smartphone sind Geräte mit Speicher und Blutdruckpass die einfachere Wahl.
- Zubehör vergessen: Größere Manschetten oder ein Netzteil kosten extra. Rechnen Sie das in den Preis ein.
Wichtige Fachbegriffe
- Systole: der obere Blutdruckwert, der Druck beim Herzschlag.
- Diastole: der untere Blutdruckwert, der Druck in der Entspannungsphase des Herzens.
- mmHg: Millimeter Quecksilbersäule, die übliche Einheit für den Blutdruck.
- Oszillometrisch: Messverfahren, das Druckschwankungen in der Manschette auswertet.
- Arrhythmie: unregelmäßiger Herzschlag, den manche Geräte anzeigen.
- Vorhofflimmern (AFib): eine Herzrhythmusstörung, auf die einige Omron-Geräte hinweisen.
- Validierung: Prüfung der Messgenauigkeit eines Geräts nach einem festgelegten Protokoll.
- Gastmodus: Speicherplatz für weitere Personen, deren Werte nicht dauerhaft gespeichert werden.
Häufige Fragen zu Blutdruckmessgeräte
Welches Blutdruckmessgerät eignet sich für Senioren?
Gut geeignet sind vollautomatische Oberarmgeräte mit großen Ziffern, einfacher Bedienung und passender Manschette. Im Vergleich hebt sich das Medisana BU 535 Voice mit großen Ziffern und Sprachausgabe hervor. Wer eine Validierung wünscht, findet sie bei den Omron- und Braun-Modellen. Wichtiger als jede Zusatzfunktion ist die richtige Manschettengröße.
Wie oft sollte ich meinen Blutdruck messen?
Das hängt von Ihrer Situation ab und sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt klären. Häufig empfohlen wird, vor einem Termin sieben Tage lang morgens und abends je zwei Messungen im Abstand von etwa einer Minute vorzunehmen und alle Werte zu notieren. Messen Sie stets unter gleichen Bedingungen, am besten zur gleichen Uhrzeit.
Oberarm oder Handgelenk, was ist besser?
Für die Messung zu Hause gelten Oberarmgeräte als Standard, und die Deutsche Hochdruckliga rät in der Regel zu diesem Typ. Handgelenkgeräte sind kleiner und leichter, reagieren aber empfindlicher auf die Armhaltung. Wenn der Oberarm sehr kräftig ist, kann eine Manschette für größere Umfänge die Lösung sein, bevor Sie zum Handgelenk wechseln.
Was bedeutet klinisch validiert?
Das Gerät wurde in einer Studie mit einem Referenzverfahren verglichen. Maßgeblich sind Protokolle wie das ESH-Protokoll oder die Norm ISO 81060-2. Achten Sie darauf, dass das Protokoll genannt wird, denn die bloße Angabe „klinisch geprüft“ sagt wenig. Eine Validierung gilt immer für das genannte Modell, nicht für die ganze Marke.
Wie finde ich die richtige Manschettengröße?
Messen Sie den Umfang Ihres Oberarms in der Mitte zwischen Schulter und Ellenbogen mit einem weichen Maßband. Vergleichen Sie den Wert mit dem Bereich, den der Hersteller angibt. Liegen Sie knapp an der Grenze, wählen Sie ein Gerät mit zwei Manschetten, wie die beiden Braun-Modelle, oder eines mit einem weiten Bereich von 22 bis 42 cm.
Ersetzt die Vorhofflimmern-Erkennung ein EKG?
Nein. Die Funktion der Omron-Modelle X7 Smart AFib und X3 Comfort AFib liefert einen Hinweis auf mögliches Vorhofflimmern, aber keine Diagnose. Ein EKG und die ärztliche Beurteilung bleiben notwendig. Erscheint der Hinweis mehrfach, nehmen Sie Ihre Werte zum nächsten Arzttermin mit und sprechen Sie darüber.
Warum weichen die Werte zu Hause von denen in der Praxis ab?
Die Umgebung wirkt sich auf den Blutdruck aus. In der Praxis messen manche Menschen höhere Werte als zu Hause, weil die Situation sie aufregt. Dazu kommen Unterschiede bei Manschette, Armhaltung und Tageszeit. Deshalb sind mehrere Messungen unter ruhigen Bedingungen aussagekräftiger. Bringen Sie Ihr Gerät einmal zum Arzttermin mit und lassen Sie die Werte vergleichen.
Muss ich eine App nutzen?
Nein. Messung und Anzeige funktionieren bei allen Geräten im Vergleich ohne App. Eine App ist eine Ergänzung, mit der sich Werte als Verlauf darstellen und an die Praxis weitergeben lassen. Wer lieber auf Papier dokumentiert, nutzt den Blutdruckpass oder ein Heft. Beim Withings BPM Connect liegt der Verlauf in der App.
Wie genau sind günstige Geräte?
Der Preis allein sagt wenig über die Genauigkeit. Entscheidend sind die Validierung des Modells und die passende Manschette. Unter den Geräten für rund 30 Euro nennt auf den geprüften Seiten keines eine Validierung, deshalb lässt sich ihre Genauigkeit nur schwer einschätzen. Wenn Ihnen das wichtig ist, wählen Sie ein Gerät mit genanntem Prüfnachweis.
Fazit
Welches Gerät passt, hängt vor allem vom Oberarmumfang und von den eigenen Ansprüchen ab. Wer größten Wert auf Funktionen legt, findet bei den teureren Modellen mit Vorhofflimmer-Hinweis, App und großem Speicher das breiteste Angebot. Für Haushalte mit unterschiedlichen Armumfängen sind Geräte mit zwei Manschetten im mittleren Preisbereich eine sinnvolle Lösung. Wer ein einfaches Gerät ohne Smartphone sucht, kommt mit den günstigen Modellen für rund 30 Euro aus, sollte aber beachten, dass dort oft nur eine Manschette bis 36 cm im Lieferumfang liegt und eine Validierung nicht genannt wird. Ältere Nutzer profitieren von großen Ziffern und Sprachausgabe. Unabhängig vom Modell gilt: Die Einordnung der Werte gehört zur Ärztin oder zum Arzt.
Vergleichssieger ist der Omron X7 Smart AFib mit der Gesamtnote 1,5. Das beste Verhältnis von Preis und Leistung bietet der Omron X3 Comfort AFib (Note 1,8, ca. 50 €).