Kaufberatung: Worauf Sie bei Kühl-Gefrierkombinationen achten sollten
Welche Bauarten gibt es?
Eine Kühl-Gefrierkombination vereint Kühlschrank und Gefrierschrank in einem Gehäuse mit zwei getrennten Türen. In diesem Vergleich geht es um freistehende Geräte, bei denen das Gefrierteil unten liegt. Der Vorteil dieser Anordnung: Frische Lebensmittel stehen auf Augenhöhe, das Gefrierteil wird seltener gebraucht und sitzt dafür tiefer. Modelle mit Gefrierteil oben sind meist kleiner und günstiger, aber unbequemer zu bedienen.
Freistehende Geräte lassen sich überall aufstellen, wo Platz und Steckdose vorhanden sind. Einbaugeräte verschwinden dagegen hinter einer Möbelfront und brauchen eine passende Nische. Side-by-Side-Geräte mit zwei nebeneinander liegenden Türen sind deutlich breiter und gehören nicht in diesen Vergleich.
Wichtig ist außerdem die Höhe. Die zehn verglichenen Geräte messen zwischen 179,6 und 205 cm, die Breite liegt bei 55 bis 60 cm. Hohe Geräte bieten mehr Nutzinhalt auf derselben Stellfläche, sind aber schwerer zu transportieren und passen nicht in jede Nische.
Wie viel Nutzinhalt brauche ich?
Der Nutzinhalt wird getrennt für Kühlteil und Gefrierteil angegeben. Als grobe Orientierung wird häufig ein Kühlteil von 100 bis 150 Litern für die erste Person genannt, dazu etwa 50 Liter für jede weitere Person im Haushalt. Wer viel frisch kocht, selten einkauft oder gern Vorräte anlegt, sollte großzügiger rechnen.
Beim Gefrierteil kommt es auf die Gewohnheiten an. Wer regelmäßig Brot, Fleisch oder fertige Gerichte einfriert, profitiert von einem größeren Gefrierteil. Unter den zehn Geräten reicht es von 85 Litern bis 132 Litern. Die großen Gefrierteile haben meist mehrere Schubladen, in denen sich Ware besser sortieren lässt als auf Klappfächern.
Der Gesamtinhalt im Datenblatt ist größer als der nutzbare Platz im Alltag, denn Schubladen, Ablagen und Türfächer lassen Lücken. Vergleichen Sie deshalb die Fachinhalte für Kühlen und Gefrieren, nicht nur die Gesamtzahl. Zwei Geräte mit ähnlichem Gesamtinhalt können sich bei der Verteilung deutlich unterscheiden.
NoFrost, LowFrost oder manuelles Abtauen?
Im Gefrierteil schlägt sich Luftfeuchtigkeit als Eis nieder. Bei Geräten ohne Abtauautomatik bildet sich nach und nach eine Eisschicht, die Sie von Zeit zu Zeit abtauen müssen. Das kostet einen halben Tag, in dem das Gefriergut ausgelagert werden muss.
NoFrost verhindert die Eisbildung: Ein Ventilator verteilt die kalte Luft, die Feuchtigkeit sammelt sich an einem Verdampfer außerhalb der Fächer und wird automatisch abgetaut. Je nach Hersteller gilt das nur für das Gefrierteil oder für beide Teile. Neun der zehn verglichenen Geräte tauen laut Datenblatt Kühl- und Gefrierteil automatisch ab.
LowFrost, wie beim Bosch KGE398IBP, ist ein Mittelweg. Die Eisbildung geht langsamer, ganz verschwindet sie aber nicht, sodass gelegentliches Abtauen nötig bleibt. Der Vorteil von NoFrost ist die Zeitersparnis, ein möglicher Nachteil der Ventilator, der bei einigen Geräten hörbar läuft. Das zeigen auch Kundenbewertungen zu einzelnen Modellen. Im Datenblatt finden Sie das Abtausystem unter der Entfrostungsart: A steht für automatisch, M für manuell.
Energielabel und Stromverbrauch
Seit dem 1. März 2021 tragen Kühlgeräte ein neu skaliertes Energielabel von A bis G. Die Skala wurde bewusst streng angelegt, sodass viele Geräte, die früher die Spitzenklasse trugen, heute in der Mitte landen. Entscheidend ist der Energieeffizienzindex, kurz EEI: Er setzt den Jahresverbrauch ins Verhältnis zu einem Referenzwert für Geräte gleicher Größe und Bauart. Je kleiner der EEI, desto besser.
In diesem Vergleich entspricht ein EEI von 41 der Klasse A, 51 der Klasse B, 64 der Klasse C und 98 der Klasse E. Der Jahresverbrauch in Kilowattstunden steht ebenfalls auf dem Label. Er reicht bei den zehn Geräten von 108 bis 226 kWh.
Weil der EEI die Größe berücksichtigt, kann ein großes Gerät der Klasse C in absoluten Zahlen mehr verbrauchen als ein kleines der Klasse B. Für die Haushaltskasse zählen die Kilowattstunden, für den Vergleich ähnlich großer Geräte die Klasse. Beide Werte finden Sie im Produktdatenblatt, das die Händler zum Gerät bereitstellen müssen.
Laufende Kosten: ein Rechenbeispiel
Ein Kühlgerät läuft rund um die Uhr, deshalb summieren sich auch kleine Unterschiede im Verbrauch. Als Beispiel gilt ein Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde. Die Tabelle zeigt die Jahreskosten für drei Verbrauchswerte aus dem Vergleich.
| Jahresverbrauch | Kosten pro Jahr | Kosten in 12 Jahren |
|---|
| 108 kWh (Klasse A) | 37,80 Euro | 453,60 Euro |
| 163 kWh (Klasse C) | 57,05 Euro | 684,60 Euro |
| 226 kWh (Klasse E) | 79,10 Euro | 949,20 Euro |
Zwischen dem sparsamsten und dem durstigsten Gerät liegen damit 41,30 Euro im Jahr oder rund 495 Euro über zwölf Jahre. Ein höherer Anschaffungspreis kann sich also teilweise über den Verbrauch ausgleichen. Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Strompreis nach, er steht auf der Jahresabrechnung Ihres Versorgers.
Der tatsächliche Verbrauch hängt außerdem vom Aufstellort und vom Nutzerverhalten ab. In einer warmen Küche neben dem Herd arbeitet der Kompressor häufiger als in einem kühlen Raum. Auch häufiges Türöffnen und eine hohe Raumtemperatur erhöhen den Verbrauch.
Lautstärke und Klimaklasse
Die Lautstärke wird als Schallleistung in dB(A) angegeben und einer Klasse von A bis D zugeordnet. Bei den zehn Geräten reichen die Werte von 29 dB(A) in Klasse A über 31 bis 35 dB(A) in Klasse B bis zu 38 und 41 dB(A) in Klasse C. Das Ohr empfindet einen Unterschied von etwa 10 dB ungefähr als doppelte Lautstärke. In offenen Wohnküchen oder Räumen neben dem Schlafzimmer lohnt sich ein leises Gerät.
Die Klimaklasse nennt den Temperaturbereich, in dem das Gerät seine Leistung bringt. Sie ist vor allem wichtig, wenn das Gerät im Keller, in der Garage oder in einem unbeheizten Raum steht.
| Klimaklasse | Umgebungstemperatur |
|---|
| SN (erweitert gemäßigt) | 10 bis 32 °C |
| N (gemäßigt) | 16 bis 32 °C |
| ST (subtropisch) | 16 bis 38 °C |
| T (tropisch) | 16 bis 43 °C |
Die meisten der verglichenen Geräte decken SN bis T ab, also 10 bis 43 °C. Das Gorenje-Modell ist für SN bis ST ausgelegt, das LG-Modell für Klasse T mit 16 bis 43 °C. In einer normal beheizten Wohnung genügt jede dieser Klassen.
Frischezone, Gefriervermögen und weitere Ausstattung
Eine Frischezone, im Datenblatt Kaltlagerfach genannt, ist eine Schublade mit Temperaturen nahe 0 °C. Fleisch, Fisch und Milchprodukte halten sich dort laut Herstellern länger als im übrigen Kühlteil. Die Datenblätter empfehlen für diese Fächer etwa 2 °C, für den übrigen Kühlraum 3 bis 5 °C. Vier der zehn Geräte nennen im Datenblatt ein Kaltlagerfach mit 35 bis 70 Litern, weitere Hersteller werben mit eigenen Frischeschubladen.
Das Gefriervermögen gibt an, wie viel frische Ware das Gefrierteil binnen 24 Stunden bis auf minus 18 °C herunterkühlen kann. Wer größere Mengen auf einmal einfriert, etwa nach der Ernte aus dem Garten, sollte auf mindestens 8 bis 10 kg achten. Die Spanne reicht hier von 4,2 bis 10 kg.
Eine Schnellgefrierfunktion senkt die Temperatur vorübergehend stärker, damit frisches Gefriergut schnell durchfriert. Weitere Punkte sind WLAN und App-Steuerung, ein Türalarm, der bei offener Tür warnt, und eine Urlaubsschaltung, die den Kühlteil bei Abwesenheit auf höhere Temperatur stellt. Das ist Komfort und keine Pflicht. Beachten Sie auch die Lagerzeit bei Störung: Sie gibt an, wie lange das Gefrierteil bei Stromausfall kalt genug bleibt. Bei Gorenje und Haier nennen die Hersteller 13 Stunden.
Lieferung, Aufstellen und Anschließen
Messen Sie vor dem Kauf den Weg vom Hauseingang bis zum Aufstellort aus: Haustür, Flur, Treppenhaus und Küchentür. Schon das schmale Gorenje-Modell wiegt 51 kg, größere Geräte deutlich mehr. Mehrere Kundenbewertungen berichten, dass Speditionen es nicht in obere Stockwerke tragen wollten. Klären Sie das mit dem Händler vorab und buchen Sie bei Bedarf den Montageservice.
Am Aufstellort muss das Gerät waagerecht stehen. Dafür dienen die verstellbaren Füße, bei manchen Modellen lässt sich das nur mit etwas Mühe einstellen. Halten Sie rundherum die Abstände zur Wand und zu den Nachbarmöbeln ein, die in der Anleitung stehen, damit die Wärme abziehen kann. Stellen Sie das Gerät nicht neben Herd, Heizung oder in die Sonne.
Nach dem Transport sollten Sie das Gerät aufrecht einige Stunden ruhen lassen, bevor Sie es einschalten, damit sich das Öl im Kompressor setzen kann. Die genaue Dauer steht in der Anleitung. Der Anschluss erfolgt an eine normale Schutzkontaktsteckdose mit 230 Volt. Der Türanschlag lässt sich bei vielen Geräten wechseln. Manche Hersteller bieten das als Service gegen Aufpreis an, bei Liebherr sind es laut Herstellerseite 49 Euro.
Pflege und Reinigung
Eine Kühl-Gefrierkombination braucht wenig Pflege, regelmäßige Reinigung verlängert aber die Lebensdauer und spart Strom. Reinigen Sie den Innenraum zweimal im Jahr mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel. Ziehen Sie dafür den Netzstecker oder schalten Sie das Gerät aus, und räumen Sie das Gefriergut in eine Kühltasche um. Scharfe Reiniger und Scheuermittel greifen Kunststoff und Dichtungen an.
Wischen Sie die Türdichtungen regelmäßig ab. Verschmutzte oder spröde Dichtungen schließen schlecht, das Gerät zieht Wärme und Feuchtigkeit, und der Verbrauch steigt. Saugen Sie außerdem den Staub von Lüftungsschlitzen und, soweit zugänglich, von der Rückseite ab. Staubige Kühlflächen geben die Wärme schlechter ab.
Bei Geräten mit LowFrost oder ohne Abtauautomatik gehört das Abtauen zur Pflege. Tauen Sie ab, bevor die Eisschicht dicker als einen halben Zentimeter wird, und verwenden Sie dafür keine spitzen Gegenstände. NoFrost-Geräte nehmen Ihnen diese Arbeit ab. Prüfen Sie ab und zu, ob der Ablauf für das Tauwasser im Kühlteil frei ist, sonst sammelt sich Wasser in der Schublade.
Typische Fehler beim Kauf und wichtige Fachbegriffe
Häufige Fehler sind ein zu großes Gerät für einen kleinen Haushalt, das mehr Strom verbraucht als nötig, und der Kauf nach dem Preis allein. Ebenso oft wird der Transportweg nicht geprüft oder vergessen, dass der Türanschlag zum Aufstellort passen muss. Wer ein Gerät in einen unbeheizten Raum stellt, achtet auf die Klimaklasse. Vergleichen Sie Modelle mit gleichem Nutzinhalt immer nach Verbrauch in Kilowattstunden und nach Lautstärke.
Die wichtigsten Fachbegriffe im Überblick:
| Begriff | Bedeutung |
|---|
| NoFrost | Automatisches Abtauen, das Eisbildung verhindert |
| LowFrost | Verringerte Eisbildung, gelegentliches Abtauen bleibt |
| EEI | Energieeffizienzindex, je kleiner desto sparsamer |
| Kaltlagerfach | Frischezone nahe 0 °C für Fleisch, Fisch und Milch |
| Vier-Sterne-Fach | Gefrierfach mit minus 18 °C zum Einfrieren frischer Ware |
| Gefriervermögen | Menge in kg, die in 24 Stunden eingefroren wird |
| Lagerzeit bei Störung | Dauer, die das Gefrierteil bei Stromausfall kalt bleibt |
| Klimaklasse | Zulässiger Bereich der Umgebungstemperatur |
Häufige Fragen zu Kühl-Gefrierkombinationen
Wie viel Strom verbraucht eine Kühl-Gefrierkombination?
Bei den zehn verglichenen Geräten liegt der Jahresverbrauch laut Energielabel zwischen 108 und 226 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde sind das rund 38 bis 79 Euro im Jahr. Ein Gerät der Klasse A kostet im Betrieb also deutlich weniger als eines der Klasse E. Den genauen Wert finden Sie im Produktdatenblatt des jeweiligen Modells.
Welche Größe passt zu meinem Haushalt?
Als grobe Orientierung wird häufig ein Kühlteil von 100 bis 150 Litern für die erste Person genannt, dazu etwa 50 Liter je weitere Person. Für einen Zweipersonenhaushalt genügen daher meist 170 bis 220 Liter im Kühlteil. Wer viel einfriert oder Vorräte anlegt, wählt ein größeres Gefrierteil. Die zehn verglichenen Geräte bieten 85 bis 132 Liter im Gefrierteil.
Lohnt sich NoFrost?
Wer das Abtauen vermeiden will, ist mit NoFrost gut bedient. Das Gefrierteil vereist nicht, und Sie sparen sich den halben Tag, an dem das Gerät leer und abgetaut werden muss. Dafür läuft bei NoFrost ein Ventilator, der bei einigen Geräten hörbar sein kann. Neun der zehn verglichenen Modelle tauen automatisch ab, eines arbeitet mit LowFrost.
Wie laut darf eine Kühl-Gefrierkombination sein?
Die zehn Geräte liegen zwischen 29 und 41 dB(A). Als leise gelten Geräte der Klasse A und B mit bis zu 35 dB(A). In offenen Küchen oder neben dem Schlafzimmer lohnt sich ein besonders leises Modell. Eine Differenz von etwa 10 dB hört das Ohr ungefähr als doppelte Lautstärke. Kundenbewertungen verraten oft mehr über den Alltag als das Datenblatt.
Was bedeutet die Klimaklasse?
Die Klimaklasse gibt an, bei welcher Umgebungstemperatur das Gerät zuverlässig kühlt. SN deckt 10 bis 32 °C ab, ST 16 bis 38 °C und T 16 bis 43 °C. Für eine normal beheizte Wohnung genügt jede Klasse. Steht das Gerät in einem kühlen Keller oder in einer Garage, braucht es eine Klasse mit SN, damit es auch bei niedrigen Temperaturen sauber arbeitet.
Wie lange bleibt der Inhalt bei Stromausfall kühl?
Das gibt die Lagerzeit bei Störung an, die nicht jeder Hersteller veröffentlicht. Bei den Modellen von Gorenje und Haier nennt der Hersteller 13 Stunden. Öffnen Sie bei einem Stromausfall das Gerät möglichst nicht, denn jede geöffnete Tür lässt Kälte entweichen. Aufgetaute Lebensmittel sollten Sie nicht wieder einfrieren.
Muss ich nach der Lieferung warten, bevor ich das Gerät einschalte?
Ja. Wenn das Gerät liegend oder schräg transportiert wurde, kann das Öl aus dem Kompressor in die Kühlleitungen gelangt sein. Stellen Sie es deshalb aufrecht hin und warten Sie einige Stunden. Viele Anleitungen nennen etwa drei Stunden. Maßgeblich ist die Angabe in der Anleitung Ihres Geräts. Danach können Sie es an eine normale Schutzkontaktsteckdose anschließen.
Kann ich den Türanschlag wechseln?
Bei vielen Geräten ja. Samsung nennt den Türanschlag für den RB38C607AB1 und den RL34C652CSA wechselbar, Gorenje für den NRK418ECS4. Manche Händler und Hersteller bieten den Wechsel als Service an, bei Liebherr kostet er laut Herstellerseite 49 Euro Aufpreis. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der gewünschte Anschlag möglich ist und ob dabei auch die Gemüseschublade angepasst werden muss.
Passt eine Kühl-Gefrierkombination durch Tür und Treppenhaus?
Das hängt vom Gerät ab. Die verglichenen Modelle sind 55 bis 60 cm breit und 179,6 bis 205 cm hoch, mit Verpackung etwas mehr. Messen Sie Haustür, Flur, Treppenhaus und Küchentür aus. Mehrere Kundenbewertungen berichten, dass Speditionen das Gerät nicht in obere Stockwerke tragen wollten. Klären Sie den Transport vor der Bestellung mit dem Händler.