Kaufberatung: Worauf Sie bei Laubbläser achten sollten
Laubbläser, Laubsauger und Kombigeräte: Welche Bauarten gibt es?
Ein Laubbläser bläst Laub, Schmutz und Staub mit einem gebündelten Luftstrahl zusammen. Er besteht aus Motor, Gebläserad und einem Rohr mit Düse und ist meist leichter als alle anderen Bauarten. In diesem Vergleich wiegen die reinen Bläser zwischen 1,1 und 2,2 kg ohne Akku.
Ein Laubsauger nimmt Laub über ein breites Saugrohr auf und sammelt es in einem Fangsack. Die meisten Geräte lassen sich mit wenigen Handgriffen vom Saugen auf das Blasen umbauen und heißen deshalb Laubsauger und Laubbläser in einem. Vier Geräte dieses Vergleichs gehören zu dieser Klasse.
Viele Saugmodelle haben zusätzlich ein Häckselwerk. Das Laub wird beim Saugen zerkleinert, sodass mehr davon in den Fangsack passt und der Kompost schneller verrottet. Der Preis dafür ist ein höheres Gewicht: Die Sauggeräte in diesem Vergleich wiegen zwischen 3,0 und 4,6 kg ohne Akku, ein reiner Bläser liegt meist weit darunter.
Akku-System und Spannung: Was Volt und Amperestunden bedeuten
Fast jeder Hersteller baut ein eigenes Akku-System. Ein Akku, der in einem Gerät der Marke steckt, passt meist auch in Bohrschrauber, Heckenschere oder Rasentrimmer derselben Reihe. Wer bereits Geräte einer Marke besitzt, spart deshalb bei der Wahl desselben Systems bares Geld, denn die Akkus machen oft den größten Teil des Preises aus.
Die Spannung in Volt sagt etwas über die mögliche Leistung, die Kapazität in Amperestunden (Ah) etwas über die Ausdauer. Multipliziert man beide, erhält man die gespeicherte Energie in Wattstunden: 18 V mal 2,5 Ah ergeben 45 Wh, 36 V mal 4,0 Ah ergeben 144 Wh. Genau diese 144 Wh nennt Husqvarna für den beiliegenden Akku.
| Spannung | Geräte in diesem Vergleich |
|---|
| 18 V | Einhell GE-UB, Bosch UniversalLeafBlower, Makita DUB184Z, Makita DUB187Z, Gardena PowerJetCollect |
| 2 x 18 V | Einhell GE-CL 36/230 |
| 20 V | Worx WG543E.9 |
| 36 V | Kärcher LBL 4 Battery, Husqvarna 120iBV |
| 56 V | EGO LB6151E |
Eine höhere Spannung allein macht ein Gerät nicht besser. Entscheidend sind am Ende die Luftmenge und die Laufzeit, die der Hersteller für das Gerät angibt.
Luftgeschwindigkeit, Luftmenge und Blaskraft richtig lesen
Auf den Verpackungen stehen drei verschiedene Größen. Die Luftgeschwindigkeit gibt an, wie schnell die Luft die Düse verlässt. Sie wird in km/h oder in m/s angegeben, wobei 1 m/s genau 3,6 km/h entspricht. 64 m/s sind also rund 230 km/h. Die Luftmenge (Luftvolumen) sagt, wie viel Luft pro Zeit austritt, in m³/h oder m³/min. Wer von m³/min auf m³/h umrechnen will, multipliziert mit 60: 4,2 m³/min sind 252 m³/h.
Die Blaskraft in Newton (N) beschreibt, wie stark der Luftstrahl auf einen Gegenstand drückt. Sie wird nicht von allen Herstellern genannt, ist aber die aussagekräftigste Zahl für schweres, nasses Laub.
Eine hohe Luftgeschwindigkeit hilft, einzelne Blätter vom Boden zu lösen. Eine hohe Luftmenge schiebt viel Laub auf einmal vor sich her. Beide Werte hängen von der Düse ab, ein schmaler Aufsatz erhöht die Geschwindigkeit und senkt die Menge. Die Hersteller messen unter verschiedenen Bedingungen, deshalb sind Werte aus unterschiedlichen Datenblättern nur grob vergleichbar. Im Vergleich liegen die angegebenen Luftmengen zwischen 120 und 1.045 m³/h.
Gewicht und Handhabung: Worauf es nach zehn Minuten ankommt
Ein Laubbläser wird mit einer Hand geführt und in der Regel vor dem Körper getragen. Schon 1 kg Unterschied macht sich nach einigen Minuten bemerkbar. Achten Sie darauf, ob das Gewicht mit oder ohne Akku angegeben ist. Der Hersteller wählt gern die günstigere Zahl: Bei Makita steht für den DUB184Z 2,1 kg ohne Akku, mit Akku sind es 2,5 bis 3,0 kg.
Hilfreich sind ein Schultergurt, ein zweiter Griff und eine gummierte Grifffläche. Sauggeräte tragen ihr Gewicht zusätzlich im Fangsack, der sich beim Arbeiten füllt. Führungsräder am Saugrohr, wie sie Einhell und Makita bei ihren Sauggeräten bieten, nehmen einen Teil der Last ab.
Wichtig ist auch die Regelung der Drehzahl. Mit einem stufenlos einstellbaren Gashebel lässt sich die Luft in der Nähe von Beeten oder Fahrrädern drosseln. Geräte mit nur zwei Stufen sind einfacher gebaut, dafür fehlt die Zwischenstufe. Eine Dauerbetriebsfunktion entlastet den Finger auf langen Wegen.
Laufzeit und Akku-Kapazität: So rechnen Sie nach
Die Laufzeit hängt von der Kapazität des Akkus und von der gewählten Stufe ab. Bei voller Drehzahl ist ein Akku schnell leer, bei niedriger Drehzahl hält er mehrfach länger. Die Hersteller nennen daher meist die Laufzeit bei hoher Stufe: Worx gibt bis zu 25 Minuten mit einem 4,0-Ah-Akku an, Makita 12 Minuten für den DUB184Z mit 6,0 Ah, Bosch bis zu 18 Minuten für den UniversalLeafBlower.
Das sind Richtwerte. Für den Garten gilt eine einfache Rechnung: Wer einmal pro Woche 15 Minuten bläst, kommt mit einem Akku aus. Wer im Herbst große Flächen hat, braucht einen zweiten Akku oder ein Gerät mit hoher Kapazität.
Bei den Sets in diesem Vergleich liegen Akku und Ladegerät bei. Bei den Solo-Geräten kommen beide hinzu. Bei Otto sind zum Beispiel ein Einhell-Starter-Set mit 2,5 Ah und Ladegerät für rund 20 Euro und ein Doppelpack mit zwei Akkus à 4,0 Ah für rund 55 Euro gelistet. Der Akku des EGO-Systems BA1400T mit 2,5 Ah kostet dort rund 135 Euro. Wer ein Solo-Gerät wählt, sollte diesen Aufpreis einplanen.
Eine zweite Kenngröße ist die Flächenleistung je Ladung. Kärcher nennt für den LBL 4 Battery bis zu 550 m² mit einem 2,5-Ah-Akku und bis zu 1.100 m² mit 5,0 Ah. Solche Angaben hängen stark von Laubmenge und Stufe ab und dienen nur als Anhaltspunkt. Eine verdoppelte Kapazität verdoppelt grob die Arbeitszeit, erhöht aber auch Gewicht und Preis des Akkus.
Saugen und Häckseln: Wann sich ein Kombigerät lohnt
Ein Laubsauger lohnt sich dort, wo Laub nicht liegen bleiben darf: auf Rasenflächen, in Beeten mit Bodendeckern oder in Einfahrten, von denen es nicht in den Nachbargarten wehen soll. Das aufgenommene Laub landet im Fangsack und kann auf den Kompost.
Das Häckselverhältnis gibt an, um wie viel das Volumen schrumpft. Bei 10:1, wie es Gardena und Einhell für ihre Geräte angeben, passen in einen 30-Liter-Sack rechnerisch bis zu 300 Liter loses Laub, bei einem 45-Liter-Sack bis zu 450 Liter. Das ist ein Richtwert, nasses Laub und Zweige verändern ihn.
Der Nachteil: Der Umbau vom Saugen zum Blasen kostet Zeit, das Gerät ist schwerer, und der Saugbetrieb entleert den Akku schneller. Wer nur Wege und Terrassen kehrt, braucht keinen Fangsack. Wer viel Laub auf dem Rasen hat, wird mit einem Kombigerät zufriedener sein als mit einem reinen Bläser.
Laufende Kosten: Was ein Akku-Laubbläser im Jahr kostet
Die Stromkosten sind gering. Ein Akku mit 144 Wh, wie ihn Husqvarna beilegt, enthält 0,144 kWh. Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde kostet eine volle Ladung also rund 5 Cent. Selbst bei 50 Ladungen im Jahr sind das kaum mehr als 2,50 Euro, hinzu kommen die Ladeverluste von einigen Prozent.
Der größere Posten ist der Akku selbst. Lithium-Ionen-Akkus verlieren mit den Jahren an Kapazität, meist nach einigen hundert Ladezyklen spürbar. Ein Ersatzakku kostet je nach System rund 20 Euro für ein kleines Modell, rund 55 Euro für ein Doppelpack und rund 135 bis 260 Euro für Akkus des EGO-Systems. Die Preise stammen von Otto und können schwanken.
Im Vergleich zu Benzin-Geräten entfallen Kraftstoff, Zündkerze und Wartung des Motors. Dafür ist die Leistung bei kleinen Akkus begrenzt. Wer einen Akku bereits besitzt, zahlt für ein Solo-Gerät oft nur 60 bis 200 Euro und hat damit die geringsten Gesamtkosten.
Lärm und Ruhezeiten: Wann darf gebläst werden?
Laubbläser und Laubsammler sind in Deutschland durch die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung geregelt. In Wohngebieten dürfen sie nach dieser Verordnung nur werktags betrieben werden, in der Regel von 7 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. Sonntage und Feiertage sind ausgenommen. Viele Gemeinden haben darüber hinaus eigene Satzungen, manche mit strengeren Zeiten. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach, bevor Sie das Gerät benutzen.
Akku-Geräte sind leiser als Benzin-Geräte, aber nicht leise. Die Hersteller nennen Schallleistungspegel von rund 94 bis 96 dB(A), ein Wert, bei dem ein Gehörschutz bei längerer Arbeit empfehlenswert ist. Der Schalldruckpegel am Ohr der Bedienperson liegt niedriger, bei Husqvarna sind es 84 dB(A).
Tragen Sie bei längerer Arbeit Gehörschutz und eine Schutzbrille, denn der Luftstrom schleudert Steinchen und Staub auf. Blasen Sie Laub nicht in Richtung von Personen, Autos oder Nachbargrundstücken.
Typische Fehler beim Kauf
Das Solo-Gerät ohne passenden Akku kaufen. Ein Gerät ohne Akku und Ladegerät ist erst mit beiden einsatzbereit. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Sie bereits ein passendes System besitzen. Das gilt auch für Geräte mit 2 x 18 V, die zwei Akkus gleichzeitig brauchen.
Nur auf die Luftgeschwindigkeit achten. Eine hohe km/h-Zahl sagt wenig über die Luftmenge. Ein Gerät mit 250 km/h und 120 m³/h bewegt weniger Laub als eines mit 209 km/h und 696 m³/h.
Das Gewicht ohne Akku vergleichen. Rechnen Sie den Akku dazu, besonders bei großen Kapazitäten.
Das falsche Gerät für die Fläche wählen. Ein kompakter 18-Volt-Bläser genügt für Terrasse und Hof. Für große Flächen mit nassem Herbstlaub braucht es mehr Luftmenge oder ein zweites Akku-Paket.
Ersatzteile und Düsen übersehen. Prüfen Sie, ob Rohr, Düse und Fangsack einzeln nachbestellt werden können.
Die Garantie nicht prüfen. Fragen Sie nach der Garantiezeit für Gerät und Akku getrennt, denn der Akku ist das Teil, das am ehesten ersetzt werden muss.
Pflege, Lagerung und Fachbegriffe
Reinigen Sie das Gerät nach der Arbeit mit einem trockenen Tuch oder einer Bürste und entfernen Sie Laub aus den Lufteinlässen. Leeren Sie den Fangsack und lassen Sie ihn trocknen, bevor Sie ihn zusammenlegen. Verwenden Sie keinen Wasserstrahl direkt am Motor.
Lagern Sie Akkus trocken, frostfrei und nicht im ganz leeren Zustand. Laden Sie Akkus vor der Winterpause auf etwa die Hälfte. Entfernen Sie den Akku beim Lagern und beim Wechseln der Düse aus dem Gerät.
| Begriff | Bedeutung |
|---|
| Solo | Gerät ohne Akku und Ladegerät |
| Luftmenge | Luftvolumen pro Stunde oder Minute |
| Blaskraft | Kraft des Luftstroms in Newton |
| Bürstenlos | Motor ohne Kohlebürsten, wartungsfrei |
| Häckselverhältnis | Volumen vor und nach dem Zerkleinern |
| Boost | Kurzzeitige Leistungserhöhung |
Häufige Fragen zu Laubbläser
Wie viel Luftgeschwindigkeit braucht ein Laubbläser?
Die Hersteller in diesem Vergleich nennen 173 bis 352 km/h. Für trockenes Laub auf Terrasse und Hof genügen auch Geräte im unteren Bereich, für nasses, festgetretenes Laub ist eine höhere Geschwindigkeit oder eine hohe Blaskraft in Newton sinnvoll. Wichtig ist, die Luftmenge mitzulesen, denn sie bestimmt, wie viel Laub das Gerät auf einmal bewegt.
Was ist der Unterschied zwischen Laubbläser und Laubsauger?
Ein Laubbläser bläst das Laub zusammen, ein Laubsauger nimmt es über ein breites Rohr in einen Fangsack auf. Kombigeräte können beides und haben häufig ein Häckselwerk. Sauggeräte sind schwerer: Im Vergleich wiegen sie zwischen 3,0 und 4,6 kg ohne Akku, reine Bläser dagegen 1,1 bis 2,2 kg.
Was bedeutet Solo beim Akku-Gerät?
Solo heißt, dass nur das Gerät geliefert wird, ohne Akku und Ladegerät. Das ist günstig, wenn Sie bereits ein passendes System besitzen, etwa Power X-Change, LXT oder PowerShare. Ohne Akku ist das Gerät nicht einsatzbereit. Rechnen Sie bei Neukauf mit zusätzlichen 20 bis 135 Euro für Akku und Lader, je nach System und Kapazität.
Wie lange hält ein Akku beim Laubbläser?
Die Herstellerangaben liegen bei 10 bis 25 Minuten bei hoher Stufe, etwa 12 Minuten für den Makita DUB184Z mit 6,0 Ah und bis zu 25 Minuten für den Worx WG543E.9 mit 4,0 Ah. Bei niedriger Drehzahl hält der Akku länger. Einhell nennt für das Sauggerät mit zwei 4,0-Ah-Akkus 24 bis 55 Minuten.
Kann ich Akkus verschiedener Marken verwenden?
In der Regel nein. Jeder Hersteller nutzt ein eigenes System. Eine Ausnahme sind Bündnisse: Bosch und Gardena nutzen beide das System Power for All, die Akkus lassen sich zwischen den Marken tauschen. Prüfen Sie vor dem Kauf auf der Verpackung, welches System gemeint ist.
Wann darf ich einen Laubbläser benutzen?
Nach der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung dürfen Laubbläser in Wohngebieten werktags in der Regel von 7 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr betrieben werden, nicht an Sonn- und Feiertagen. Einzelne Gemeinden schreiben strengere Zeiten vor. Fragen Sie vor dem ersten Einsatz bei Ihrer Gemeinde nach den örtlichen Regeln.
Wie schwer darf ein Laubbläser sein?
Das hängt von der Einsatzdauer und Ihrer Kraft ab. Für Käufer, die längere Zeit blasen, empfehlen sich Geräte unter 2,5 kg inklusive Akku. Die leichtesten Geräte in diesem Vergleich wiegen 1,1 kg ohne Akku, das schwerste Sauggerät 4,6 kg. Ein Schultergurt und Führungsräder erleichtern schwere Modelle.
Wie gut entfernen die Geräte nasses Laub?
Nasses Laub haftet am Boden und ist deutlich schwerer als trockenes. Hier helfen eine hohe Blaskraft und eine Flachdüse, die das Laub gezielt löst. Kärcher beschreibt für den LBL 4 Battery eine Flachdüse mit integrierter Schabekante. Bei sehr nassem Laub ist ein Rechen häufig die bessere Wahl.
Was kostet ein Ersatzakku?
Das hängt vom System ab. Bei Otto sind ein Einhell-Starter-Set mit 2,5-Ah-Akku und Ladegerät für rund 20 Euro, ein Doppelpack mit zwei 4,0-Ah-Akkus für rund 55 Euro und EGO-Akkus mit 2,5 Ah für rund 135 Euro sowie mit 5,0 Ah für rund 260 Euro gelistet. Die Preise können sich ändern.
Wie lagere ich das Gerät über den Winter?
Reinigen Sie das Gerät, leeren Sie den Fangsack und lassen Sie ihn trocknen. Nehmen Sie den Akku heraus und lagern Sie ihn trocken, frostfrei und mit etwa halber Ladung. Ein Wandhalter, wie ihn der Einhell GE-UB 18/250 mitbringt, spart Platz in Garage oder Schuppen.