Kaufberatung: Worauf Sie bei Fenstersauger achten sollten
Wie funktioniert ein Akku-Fenstersauger?
Ein Akku-Fenstersauger besteht aus einem Motor, einer Saugdüse mit Gummilippe, einem Schmutzwassertank und einem Akku. Zuerst wird die Scheibe mit Reinigungsmittel eingesprüht und mit einem Mikrofasertuch angelöst. Danach fährt man mit der Düse über das Glas. Der Motor erzeugt einen Unterdruck, der das Wasser durch einen schmalen Spalt an der Gummilippe in den Tank zieht. So bleibt auf dem Glas kein Wasserfilm zurück, und es tropft nichts auf Fensterbank und Boden.
Der Tank nimmt das Schmutzwasser auf, bis er geleert wird. Bei den Geräten dieses Vergleichs fasst er zwischen 60 und 250 Millilitern. Die Geräte eignen sich neben Fenstern auch für Spiegel, Fliesen und Duschwände, also für alle glatten Flächen. Auf rauen oder stark strukturierten Oberflächen schließt die Gummilippe nicht dicht ab, dort saugt das Gerät schlecht.
Welche Bauarten gibt es?
Die Geräte dieses Vergleichs lassen sich in drei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe sind Komplettgeräte mit fest eingebautem Akku und mitgelieferter Sprühflasche. Dazu zählen die Kärcher-Modelle, das Bosch-Komplettset und das Gerät von Lifenaxx. Sie sind sofort einsatzbereit und brauchen kein weiteres Zubehör.
Die zweite Gruppe sind Stiel-Sets. Leifheit liefert beim Dry & Clean einen 43 Zentimeter langen Stiel und einen Einwascher mit. Mit dem Click-Adapter lässt sich auch der Nemo Click an Stiele des Herstellers stecken. Das erleichtert die Arbeit an hohen Fenstern, Dachfenstern und Wintergärten.
Die dritte Gruppe sind Solo-Geräte für Wechselakku-Systeme. Einhell und Ryobi verkaufen ihre Fenstersauger ohne Akku und Ladegerät. Wer schon Akkus mit 18 Volt besitzt, spart Geld. Alle anderen zahlen für Akku und Ladegerät extra.
Nicht Teil dieses Vergleichs sind Fensterputzroboter und manuelle Abzieher ohne Motor. Roboter arbeiten an der Scheibe selbstständig, kosten bei Otto aber meist deutlich mehr. Manuelle Abzieher sind günstig, lassen aber das Wasser auf Fensterbank und Boden laufen. Der Akku-Fenstersauger liegt dazwischen: Er kostet bei den hier verglichenen Modellen 30 bis 80 Euro und erspart das Nachwischen der Fensterbank.
Für die Wahl der Bauart hilft eine einfache Überlegung. Hohe Fenster, Dachfenster oder ein Wintergarten sprechen für ein Stielset. Wer viele Akkus eines Werkzeugsystems besitzt, fährt mit einem Solo-Gerät günstiger. In allen anderen Fällen ist ein Komplettgerät mit Sprühflasche die unkomplizierteste Lösung.
Akkulaufzeit und Fläche je Ladung richtig lesen
Die Akkulaufzeit gibt an, wie lange das Gerät am Stück saugen kann. Die Fläche je Ladung rechnet der Hersteller daraus unter Idealbedingungen hoch. Beide Werte stammen aus Herstellerangaben und gelten für saubere, glatte Scheiben ohne Pausen. In der Praxis hängt die Reichweite davon ab, wie stark die Scheiben verschmutzt sind und wie oft das Gerät pausiert.
Als Orientierung dient die Rechnung von Kärcher. Dort entsprechen 105 Quadratmeter 35 Fenstern, ein Fenster zählt also mit 3 Quadratmetern. Mit dieser Faustregel lässt sich abschätzen, ob eine Ladung für die eigene Wohnung genügt.
| Gerät | Laufzeit | Fläche je Ladung | Ladezeit |
|---|
| Kärcher WV 6 Plus | 100 min | ca. 300 m² | 170 min |
| Kärcher WV 2 Plus N | 35 min | ca. 105 m² | 230 min |
| Bosch Solo Plus | 30 min | 105 m² | k. A. |
| Bosch Komplettset | bis 35 min | 120 m² | k. A. |
| Leifheit Dry & Clean | ca. 38 min | 110 m² | ca. 180 min |
| Leifheit Nemo Click | ca. 45 min | 130 m² | ca. 180 min |
| Vileda Windomatic Power | 40 min | k. A. | 3,5 h |
Tank, Düse und Gewicht
Der Schmutzwassertank bestimmt, wie oft man unterbrechen muss. Je kleiner der Tank, desto öfter muss er geleert werden. Bei 60 Millilitern, wie beim Leifheit Nemo Click, ist das bei großen Scheiben mehrfach nötig. Die Geräte mit 100 bis 150 Millilitern kommen in der Regel mit einem Fenster ohne Unterbrechung aus. Der größte Tank in diesem Vergleich fasst 250 Milliliter.
Die Düsenbreite liegt bei den meisten Geräten bei 28 Zentimetern. Eine breite Düse deckt viel Fläche je Zug ab, passt aber nicht in schmale Sprossenfelder. Dafür gibt es schmale Düsen: Bei Leifheit misst die Zusatzdüse 17 Zentimeter, bei Bosch gehört zum Komplettset ein kleiner Kopf mit 14 Zentimetern.
Das Gewicht spielt vor allem bei Überkopfarbeit eine Rolle. Die Geräte wiegen zwischen 0,5 und 1,0 Kilogramm. Bei den Wechselakku-Geräten kommt der Akku hinzu, daher sind sie in der Praxis schwerer als die Zahl im Datenblatt. Wer viele Fenster nacheinander reinigt, ermüdet mit einem leichten Gerät später.
Auch der Griff zählt. Ein Tank, der wie beim Nemo Click im Griff sitzt, erlaubt nach Leifheit das Absaugen in einem Zug, ohne an die Fensterbank zu stoßen.
Akku, Laden und Wechselakku-Systeme
Die Komplettgeräte haben einen fest eingebauten Akku, meist Lithium-Ionen, mit 3,6 oder 3,7 Volt. Er wird am Gerät oder über ein Ladekabel geladen, die Ladezeiten liegen nach Herstellerangaben zwischen etwa 120 und 230 Minuten. Das Gerät steht in dieser Zeit still. Bosch löst das beim neueren Komplettset mit einem einsteckbaren 4-Volt-Akku, der sich im Gerät per USB laden lässt.
Wechselakku-Systeme wie Power X-Change von Einhell oder ONE+ von Ryobi arbeiten mit 18-Volt-Akkus, die auch Bohrschrauber und Gartengeräte betreiben. Ein leerer Akku wird gegen einen vollen getauscht, die Arbeit geht ohne Wartezeit weiter. Der Nachteil ist der Preis, wenn noch kein Akku vorhanden ist, und das höhere Gewicht des Geräts mit Akku.
Bei Leifheit sollte der Akku nicht in direkter Sonne oder bei starker Hitze liegen, und das Gerät darf nur mit dem mitgelieferten Ladegerät geladen werden. Beides steht in den Sicherheitshinweisen des Herstellers.
Verbrauch und laufende Kosten mit Rechenbeispiel
Der Stromverbrauch ist verschwindend gering. Das Bosch-Gerät hat einen Akku mit 3,6 Volt und 2,0 Amperestunden, das entspricht 7,2 Wattstunden. Rechnet man großzügig mit Ladeverlusten auf 10 Wattstunden, also 0,01 Kilowattstunden, kostet eine Ladung bei einem Strompreis von 0,35 Euro je Kilowattstunde 0,35 Cent. Bei 50 Ladungen im Jahr sind das weniger als 20 Cent.
Relevanter sind Reinigungsmittel und Verschleißteile. Kärcher gibt für die Sprühflasche eine Kappe Konzentrat von 20 Millilitern auf 230 Milliliter Wasser an. Aus einer 500-Milliliter-Flasche ergeben sich so rechnerisch 25 Füllungen. Die Gummilippe verschleißt mit der Zeit und lässt sich bei den Markengeräten austauschen. Bei Leifheit kosten zwei Ersatzlippen laut Otto-Angebot rund 11 Euro.
Rechenbeispiel für eine Wohnung mit 8 Fenstern: Mit 3 Quadratmetern je Fenster sind das 24 Quadratmeter. Eine Ladung mit 105 Quadratmetern Reichweite deckt dies rechnerisch viermal ab, ein Putzgang für die ganze Wohnung belastet den Akku also nur zu etwa einem Viertel.
Vorbereiten und Einsatz
Vor dem ersten Einsatz wird der Akku vollständig geladen, so verlangen es die Hersteller. Danach wird die Sprühflasche gefüllt. Bei Kärcher kommt eine Kappe Konzentrat in die Flasche, die dann mit Wasser aufgefüllt wird. Verwenden Sie nur die vom Hersteller vorgesehenen oder herkömmliche Fensterreiniger, Lösungsmittel sind tabu.
Beim Putzen sprüht man die Scheibe ein, wischt den Schmutz mit dem Mikrofaserbezug ab und setzt die Düse oben an. Anschließend zieht man in einem Zug nach unten oder in einer Schlangenlinie. Wichtig ist ein gleichmäßiger Druck, damit die Gummilippe dicht auf dem Glas liegt. Am Rand der Scheibe läuft zum Schluss die letzte Feuchtigkeit ab, die mit einem trockenen Tuch aufgenommen wird.
Putzen Sie nicht in praller Sonne. Dort trocknet das Reinigungsmittel an, bevor es abgesaugt wird, und es bleiben Streifen. Bewölkte Tage oder Schatten sind besser geeignet.
Bei Sprossenfenstern wechseln Sie auf die schmale Düse, sofern eine im Lieferumfang ist. Bei Leifheit gibt es dafür die 17-Zentimeter-Düse, bei Bosch gehört der kleine Kopf zum Komplettset. Reinigen Sie zuerst die Scheiben und danach die Rahmen, damit kein Schmutzwasser aus den Rahmen auf frisch gesaugtes Glas läuft. Entleeren Sie den Tank, sobald er das Füllstandsmaximum erreicht, denn Leifheit nennt für den Nemo 60 Milliliter als Grenze, bei der das Gerät Wasser austreten lässt.
Pflege und Aufbewahrung
Nach dem Einsatz wird der Schmutzwassertank geleert und ausgespült. Beim Vileda-Gerät ist der Tank laut Händlerangabe spülmaschinengeeignet. Die Gummilippe wird abgewischt und vor der Lagerung nicht unter Druck gesetzt, weil sie sich sonst verformt. Bei Leifheit empfiehlt die Anleitung, das Gerät bei geöffnetem Tankverschluss trocknen zu lassen.
Das Grundgerät mit Motor und Elektronik darf bei den meisten Modellen nicht unter fließendem Wasser gereinigt werden, so schreibt es Leifheit. Ausnahme ist die höhere Schutzart: Der Leifheit Nemo Click ist nach IPX7 geschützt, der Kärcher WV 2 Plus N nach IP X4. Prüfen Sie trotzdem die Anleitung, bevor Sie spülen.
- Gerät bei Zimmertemperatur und trocken lagern, nicht im Freien.
- Gummilippe auf Risse und Verformung prüfen und bei Bedarf wechseln.
- Akku nicht dauerhaft leer lagern, sondern gelegentlich laden.
Wer das Gerät nur selten nutzt, sollte den Akku vor dem ersten Einsatz der Saison laden und das Gerät kurz auf Funktion prüfen. Lithium-Ionen-Akkus verlieren bei langer Lagerung im leeren Zustand an Kapazität. Wandhalterungen, wie sie Einhell und Leifheit anbieten, halten das Gerät griffbereit und schützen die Gummilippe vor Druck.
Typische Fehler beim Kauf
Ein häufiger Fehler ist der Kauf eines Solo-Geräts, ohne an den Akku zu denken. Beim Einhell Brillianto und beim Ryobi RWV18-0 stehen im Lieferumfang weder Akku noch Ladegerät. Wer keine 18-Volt-Akkus besitzt, zahlt deutlich mehr als den Gerätepreis.
Ein zweiter Fehler ist der Blick auf die Reichweite allein. Eine Angabe von 300 Quadratmetern nützt wenig, wenn der Tank klein ist und alle paar Fenster geleert werden muss. Betrachten Sie Laufzeit, Tank und Gewicht gemeinsam.
Drittens unterscheiden sich Varianten eines Namens. Bosch führt unter GlassVAC mehrere Ausführungen mit 3,6 und 4 Volt, und die Leifheit-Sets enthalten unterschiedliches Zubehör. Vergleichen Sie deshalb die Modellnummer und den Lieferumfang.
Viertens verleiten günstige Marktplatzangebote zu Fehlkäufen. Geräte ohne bekannte Marke geben oft sehr hohe Laufzeiten an, die sich nicht von dritter Seite prüfen lassen. Achten Sie auf Ersatzteile: Gummilippen und Düsen sollten nachkaufbar sein, sonst ist das Gerät nach dem ersten Verschleiß nur noch eingeschränkt nutzbar. Bei Markenherstellern wie Leifheit und Kärcher gibt es Ersatzlippen und Zusatzdüsen als eigenes Zubehör.
- Fehlt eine Sprühflasche im Set, planen Sie sie ein.
- Hohe Fenster brauchen einen Stiel oder ein Stielset.
- Bei Geräten ohne Kundenbewertungen sind die Herstellerangaben der einzige Anhaltspunkt.
Fachbegriffe kurz erklärt
Die Datenblätter enthalten Kürzel, die sich schnell klären lassen. Die folgende Tabelle erklärt die wichtigsten.
| Begriff | Bedeutung |
|---|
| Abziehlippe | Gummilippe an der Düse, die das Wasser von der Scheibe nimmt |
| Einwascher | Bezug auf einem Griff zum Anlösen des Schmutzes vor dem Absaugen |
| Wechselakku | Akku, der gegen einen vollen getauscht werden kann |
| V, Ah, Wh | Spannung, Kapazität und gespeicherte Energie des Akkus |
| IPX7, IP X4 | Schutzart gegen Wasser, IPX7 steht für zeitweiliges Untertauchen |
| Click-System | Steckverbindung von Leifheit für Stiele und Zubehör |
Häufige Fragen zu Fenstersauger
Wie lange hält der Akku eines Fenstersaugers?
Nach Herstellerangaben liegt die Laufzeit der Geräte in diesem Vergleich zwischen 30 und 100 Minuten. Die meisten Modelle kommen auf 35 bis 45 Minuten. Das Kärcher-Modell WV 6 Plus erreicht 100 Minuten, das Modell von Lifenaxx nennt etwa 120 Minuten. Die Werte gelten unter Idealbedingungen. Bei Wechselakku-Geräten hängt die Laufzeit vom eingesetzten 18-Volt-Akku ab.
Reicht eine Akkuladung für alle Fenster einer Wohnung?
In der Regel ja. Kärcher rechnet 105 Quadratmeter mit 35 Fenstern, ein Fenster zählt also mit 3 Quadratmetern. Eine Wohnung mit 10 Fenstern kommt damit auf etwa 30 Quadratmeter, die Geräte mit 105 bis 130 Quadratmetern Reichweite schaffen das mehrfach. Bei sehr großen Verglasungen oder starker Verschmutzung ist ein Gerät mit 100 Minuten Laufzeit im Vorteil.
Wie oft muss der Schmutzwassertank geleert werden?
Das hängt vom Tank und von der Scheibe ab. Der Tank fasst bei den Geräten dieses Vergleichs zwischen 60 und 250 Millilitern, meist 100 bis 150 Milliliter. Bei einem kleinen Tank mit 60 Millilitern muss man bei großen Scheiben mehrfach leeren. Wer viel Fläche am Stück reinigt, profitiert von einem größeren Tank und spart Unterbrechungen.
Funktioniert ein Fenstersauger bei direkter Sonne?
Bei direkter Sonne trocknet das Reinigungsmittel schnell an, bevor die Düse es abgesaugt hat. Dadurch bleiben Streifen und Flecken zurück. Besser eignen sich bewölkte Tage, früher Morgen oder Fenster im Schatten. Wer in der Sonne putzen muss, sollte kleine Flächen einsprühen und sofort absaugen, statt das ganze Fenster auf einmal zu benetzen.
Kann ich damit auch Spiegel, Fliesen und die Dusche reinigen?
Ja, alle Hersteller in diesem Vergleich nennen glatte Flächen wie Spiegel, Fliesen und Duschwände als Einsatzgebiet. Der Leifheit Nemo Click hat zusätzlich eine Baddüse und die Schutzart IPX7, Bosch nennt Haus- und Autofenster, Spiegel, Fliesen und Duschen. Auf stark strukturierten Flächen schließt die Gummilippe nicht dicht ab.
Was bedeutet Wechselakku-System bei Einhell und Ryobi?
Beide Hersteller verkaufen ihre Fenstersauger ohne Akku und Ladegerät. Das Gerät läuft an den 18-Volt-Akkus der jeweiligen Serie, also Power X-Change bei Einhell und ONE+ bei Ryobi, die auch andere Werkzeuge betreiben. Besitzer solcher Akkus zahlen nur das Gerät, alle anderen müssen Akku und Ladegerät hinzukaufen.
Wie reinige und pflege ich einen Fenstersauger?
Nach jedem Einsatz den Schmutzwassertank leeren und ausspülen, die Gummilippe abwischen und das Gerät trocknen lassen. Das Grundgerät darf nach Leifheit nicht unter fließendem Wasser gereinigt werden, außer die Anleitung nennt eine entsprechende Schutzart wie IPX7. Lagern Sie das Gerät trocken bei Zimmertemperatur und prüfen Sie die Lippe auf Risse.
Wie hoch sind die Stromkosten eines Fenstersaugers?
Sie sind vernachlässigbar. Ein Akku mit 3,6 Volt und 2,0 Amperestunden speichert 7,2 Wattstunden. Auch mit Ladeverlusten kostet eine Ladung bei 0,35 Euro je Kilowattstunde weniger als einen halben Cent. Relevanter sind Reinigungsmittel und gelegentlich neue Gummilippen, die bei Leifheit laut Otto-Angebot zu zweit rund 11 Euro kosten.
Lohnt sich ein Stiel für hohe Fenster?
Bei Dachfenstern, Wintergärten und hohen Fensterfronten ja, weil man ohne Leiter arbeiten kann. Leifheit liefert im Dry & Clean Set einen 43 Zentimeter langen Stiel mit und bietet weitere Stiele bis 400 Zentimeter an. Auch Kärcher führt ein Verlängerungsset für seine Geräte. Für normale Fenster genügt das Gerät allein.