Kaufberatung: Worauf Sie bei Buggys achten sollten
Was ist ein Buggy mit Liegeposition?
Ein Buggy ist ein leichter, klappbarer Kinderwagen mit Sitzeinheit. Bei den Modellen in diesem Vergleich lässt sich die Rückenlehne so weit neigen, dass das Kind liegt. Damit unterscheiden sie sich vom reinen Sitzbuggy, der erst für Kinder gedacht ist, die selbstständig sitzen, in der Regel ab etwa 6 Monaten. Ein Kombikinderwagen dagegen besteht aus Gestell, Babywanne und Sportsitz und ist deutlich schwerer und teurer.
Hersteller geben für jedes Modell ein Eignungsalter und ein maximales Kindergewicht an. Neun der zehn verglichenen Buggys sind laut Herstellerangaben ab Geburt freigegeben, der Kinderkraft TIK erst ab 6 Monaten. Die Freigabe ab Geburt setzt eine flache Liegeposition voraus, bei einem Modell außerdem ein verkleinertes Gurtsystem.
Wer den Buggy vom ersten Tag an als einzigen Wagen nutzen möchte, sollte auf die Liegefläche achten, nicht nur auf das Eignungsalter. Je länger und flacher sie ist, desto besser liegt ein Neugeborenes.
Ein Buggy lohnt sich als einziger Wagen vor allem dann, wenn wenig Platz vorhanden ist oder viel unterwegs gewesen wird. Als Zweitwagen für Reisen oder den Alltag mit Auto und Bahn ergänzt er einen größeren Kinderwagen, der zu Hause bleibt.
Die Bauarten im Überblick
Buggys unterscheiden sich vor allem in Gewicht, Packmaß und Fahrwerk. Drei Bauarten haben sich im Handel durchgesetzt.
| Bauart | Gewicht im Vergleich | Stärke | Schwäche |
|---|
| Schirmbuggy | 6,5 bis 8 kg | Schmal, leicht, oft günstig | Gefaltet lang, einfaches Fahrwerk |
| Reisebuggy | 6 bis 7 kg | Sehr kleines Packmaß | Kleine Räder |
| Komfortbuggy | 9 bis 12 kg | Große Räder, Federung, viel Zubehör | Schwer und sperrig |
Der Schirmbuggy faltet sich wie ein Regenschirm zu einem langen, schmalen Bündel, wie es der Joie Nitro LX mit 31 Zentimetern Breite zeigt. Der Reisebuggy setzt auf kurze Maße, so beim Hauck Travel N Care mit 34 x 50 x 58 Zentimetern. Der Komfortbuggy ist für den Alltag gebaut, wie der Lionelo Annet Plus mit 11,5 Kilogramm und großen Rädern.
Gewicht und Packmaß richtig einordnen
Das Eigengewicht spürt man jedes Mal, wenn der Buggy getragen werden muss: im Treppenhaus, am Bahnsteig, beim Einladen. In diesem Vergleich liegt die Spanne zwischen 6,3 und 11,5 Kilogramm. Der Unterschied von 5,2 Kilogramm entspricht etwa fünf Litern Wasser.
Beim Packmaß zählt die Form, nicht nur das Volumen. Ein Schirmbuggy wie der Chicco Echo Lite mit 29 x 25 x 104 Zentimetern hat das kleinste Volumen, passt aber wegen der Länge nicht in jeden Kofferraumwinkel. Ein Reisebuggy mit 34 x 50 x 58 Zentimetern ist kürzer, aber breiter.
Multipliziert man Länge, Breite und Höhe, ergeben sich für die verglichenen Modelle diese ungefähren Packvolumen: Chicco Echo Lite 75 Liter, Hauck Travel N Care und Kinderkraft TIK je 99 Liter, ABC Design Avus 3 111 Liter, Cybex Orfeo 132 Liter, my junior PLIA² 135 Liter, Joie Nitro LX 137 Liter, Hauck Shop N Care 176 Liter und Lionelo Annet Plus 235 Liter. Beim Kinderkraft TRIG 3 nennt die Herstellerseite kein Packmaß.
Messen Sie vor dem Kauf den Platz im Kofferraum und im Flur. Prüfen Sie außerdem, ob der Buggy gefaltet von allein steht und ob er sich einhändig zusammenlegen lässt, denn meist trägt man dabei das Kind auf dem anderen Arm.
Die Einhandfaltung nennen die Hersteller bei sieben Modellen im Vergleich: Hauck Shop N Care, Hauck Travel N Care, Joie Nitro LX, ABC Design Avus 3, Cybex Orfeo, my junior PLIA² und Kinderkraft TRIG 3. Der Chicco Echo Lite nutzt eine Schirmfaltung, der Lionelo Annet Plus ist als einfach zusammenklappbar beschrieben, beim Kinderkraft TIK fehlt eine Angabe. Zum Eigenstand im gefalteten Zustand macht von den geöffneten Herstellerseiten nur die des Hauck Travel N Care eine ausdrückliche Angabe.
Liegeposition, Alter und Sitzkomfort
Für Neugeborene empfehlen Fachleute eine möglichst flache Lagerung. Achten Sie deshalb auf die Neigung der Rückenlehne und auf die Länge der Liegefläche. Beim Hauck Shop N Care sind es bis 153 Grad und 93 x 33 Zentimeter, beim Hauck Travel N Care stufenlos 108 bis 156 Grad bei 85 x 31 Zentimetern, beim my junior PLIA² 90 Zentimeter mit ausgefahrener Fußstütze.
Wichtig ist auch das Höchstgewicht. Zwei Modelle im Vergleich sind nur bis 15 Kilogramm zugelassen, was je nach Kind früher erreicht sein kann als die vier Jahre, für die andere Modelle ausgelegt sind. Die übrigen acht tragen bis 22 Kilogramm und damit bis etwa vier Jahre.
Eine einstellbare Fußstütze und ein höhenverstellbarer Schieber verbessern den Sitz für größere Kinder und Eltern. Der PLIA² bietet einen Schieber von 93,5 bis 112 Zentimetern, die meisten anderen Modelle haben einen festen Griff.
Räder und Federung
Die Räder bestimmen, wie viel Stoß das Kind spürt. Man findet im Vergleich vier Arten: EVA-Schaumstoffräder, Airless-Räder, Luftkammerräder und Räder ohne weitere Herstellerangabe zur Bauart.
EVA-Räder sind pannensicher und wartungsfrei, dämpfen aber weniger als Luftreifen. Airless-Räder, wie sie der ABC Design Avus 3 hat, vermeiden ebenfalls Pannen. Luftkammerräder wie beim my junior PLIA² nennt der Hersteller pannensicher, ihr Luftpolster dämpft in der Regel stärker als Schaumstoff.
Größere Räder rollen leichter über Bordsteine und Pflaster. Der Unterschied ist an den Daten sichtbar: 13,5 und 16 Zentimeter beim Hauck Travel N Care gegenüber 20,3 und 27,9 Zentimetern beim Lionelo Annet Plus. Zusätzlich zur Radgröße zählt die Federung. Sie sollte zumindest die Vorderräder einbeziehen, besser alle vier.
Schwenkbare und feststellbare Vorderräder erleichtern das Lenken in der Stadt und lassen sich auf ruckeligem Untergrund arretieren.
Sonnenschutz, Korb und Zubehör
Acht der zehn Modelle im Vergleich nennen ein Verdeck mit UPF oder UV-Schutz 50+. Ein UPF von 50+ bedeutet, dass das Gewebe höchstens etwa ein Fünfzigstel der UV-Strahlung durchlässt. Beim Kinderkraft TIK und beim TRIG 3 nennt die Herstellerseite keinen UPF-Wert.
Der Korb entscheidet über die Alltagstauglichkeit. Hersteller geben die zulässige Last an: 3 Kilogramm bei mehreren Hauck-Modellen und beim Annet Plus, 5 Kilogramm bei ABC Design und Cybex, beim PLIA² ein Volumen von bis zu 41,4 Litern. Schwere Einkäufe gehören nicht an den Schieber, weil der Buggy sonst nach hinten kippen kann.
Im Lieferumfang finden sich je nach Modell Fußsack, Moskitonetz, Becherhalter, Regenschutz oder Tragegurt. Vergleichen Sie den Preis immer mit dem, was tatsächlich im Karton liegt, denn Zubehör kostet einzeln oft einen zweistelligen Betrag.
Sicherheit: Gurt, Bremse und Norm
Die meisten Modelle im Vergleich nennen einen Fünf-Punkt-Gurt, der das Kind an Schultern, Hüfte und zwischen den Beinen hält. Der Gurt muss zur Größe passen, bei einem Modell lässt er sich für Neugeborene verkleinern. Prüfen Sie nach jedem Umstellen, ob nichts verdreht ist.
Die Feststellbremse sollte sich mit dem Fuß bedienen lassen und beide Hinterräder blockieren. Vor jeder Fahrt gehört ein Zug am Schieber zum Handgriff, um die Bremse zu kontrollieren.
Die europäische Norm EN 1888 regelt Sicherheitsanforderungen an Kinderwagen und Buggys, etwa zu Standfestigkeit, Bremsen und Gurten. Lionelo und my junior nennen die Norm auf ihren Produktseiten. Schauen Sie vor dem Kauf nach, ob ein entsprechender Hinweis in der Produktbeschreibung steht.
Lassen Sie ein Kind nie ohne Aufsicht im Buggy, auch nicht kurz, und prüfen Sie vor dem Einsteigen, ob die Faltverriegelung eingerastet ist.
Kosten pro Nutzungsmonat
Ein Buggy verursacht keine Betriebskosten wie ein Elektrogerät, wohl aber Anschaffungskosten, die sich über die Nutzungszeit verteilen. Rechnet man mit 36 Monaten, ergeben sich folgende Werte für die Preisklassen dieses Vergleichs.
| Preis | Nutzungsmonate | Kosten je Monat |
|---|
| 60 Euro | 36 | 1,67 Euro |
| 90 Euro | 36 | 2,50 Euro |
| 120 Euro | 36 | 3,33 Euro |
| 200 Euro | 36 | 5,56 Euro |
| 310 Euro | 36 | 8,61 Euro |
| 350 Euro | 36 | 9,72 Euro |
Wird derselbe Buggy für ein zweites Kind weiterverwendet und damit 72 Monate genutzt, halbiert sich der Wert: 350 Euro ergeben dann 4,86 Euro je Monat. Hinzu kommen Zubehörkäufe wie Fußsack oder Regenschutz, sofern sie nicht im Set liegen, und bei Luftreifen gegebenenfalls Flickzeug.
Aufbau, Pflege und Transport
Beim Auspacken müssen meist nur Räder und Sitz aufgesteckt werden. Achten Sie darauf, dass jedes Rad hörbar einrastet, und ziehen Sie danach an allen vier Rädern. Stellen Sie den Gurt auf die Größe des Kindes ein und probieren Sie die Faltung einmal ohne Kind aus.
Der Rahmen lässt sich mit einem feuchten Tuch abwischen. Gelenke und Faltmechanik halten länger, wenn Sand und Krümel regelmäßig entfernt werden. Sitzbezüge sind je nach Modell abnehmbar. Cybex gibt für den Orfeo eine Wäsche bei 30 Grad an, beim Hauck Travel N Care ist der Korbbezug abnehmbar und waschbar. Beachten Sie bei allen Modellen das Pflegeetikett.
Für den Transport im Auto sollte der Buggy in den Kofferraum passen, ohne dass Sie die Rückbank umlegen müssen. Für Flugreisen gilt: Nur ein Modell im Vergleich nennt der Hersteller ausdrücklich als Kabinengepäck, die zulässigen Maße legt aber jede Fluggesellschaft selbst fest, daher sollten sie vorab geprüft werden.
Typische Fehler beim Kauf und Fachbegriffe
Häufig wird nur nach dem Preis entschieden, obwohl Gewicht und Packmaß im Alltag stärker wirken. Ebenso oft fehlt der Blick auf das Höchstgewicht: Ein Modell bis 15 Kilogramm muss früher ersetzt werden als eines bis 22 Kilogramm. Auch ein Eignungsalter ab 6 Monaten schränkt die Nutzung ein, wenn der Buggy von Anfang an gebraucht wird.
Ein weiterer Fehler ist, Preise verschiedener Farben gleichzusetzen. Bei Otto weichen sie zwischen Farbvarianten desselben Modells teils um mehr als zehn Euro ab.
| Begriff | Bedeutung |
|---|
| Liegefläche | Länge und Breite der ebenen Fläche, wenn die Lehne flach steht |
| Packmaß | Länge, Breite und Höhe des zusammengeklappten Buggys |
| Schirmfaltung | Faltung, bei der das Gestell zu einem langen schmalen Bündel zusammenklappt |
| EVA-Rad | Rad aus Schaumstoff ohne Luft, pannensicher |
| Airless-Rad | Rad ohne Luft mit stützender Struktur, pannensicher |
| UPF 50+ | Gewebe lässt höchstens etwa ein Fünfzigstel der UV-Strahlung durch |
| Schieberhöhe | Höhe des Schiebegriffs über dem Boden |
Häufige Fragen zu Buggys
Ab welchem Alter eignet sich ein Buggy?
Das hängt vom Modell ab. Neun der zehn Buggys in diesem Vergleich sind laut Hersteller ab Geburt freigegeben, vorausgesetzt, die Rückenlehne steht flach. Beim ABC Design Avus 3 gilt das mit verkleinertem Gurtsystem. Der Kinderkraft TIK ist erst ab 6 Monaten vorgesehen. Prüfen Sie immer das Eignungsalter in der Produktbeschreibung.
Wie schwer sollte ein Buggy höchstens sein?
Im Vergleich liegen die Modelle zwischen 6,3 und 11,5 Kilogramm. Wer häufig Treppen steigt oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt, kommt mit 6 bis 8 Kilogramm besser zurecht. Wer den Buggy überwiegend im Auto transportiert und selten trägt, kann ein schwereres Modell mit größeren Rädern wählen.
Wie flach liegt das Kind im Buggy?
Das unterscheidet sich je nach Modell. Der Hauck Shop N Care neigt die Lehne bis 153 Grad, der Hauck Travel N Care stufenlos bis 156 Grad, die Modelle von Joie, Chicco, Lionelo und ABC Design bis in die flache Liegeposition. Nennen Hersteller keine Gradzahl, hilft der Blick auf die Länge der Liegefläche.
Sind EVA-Räder oder Luftreifen besser?
EVA-Räder sind pannensicher und wartungsfrei, dämpfen aber weniger als Luftreifen. Luftkammerräder wie beim my junior PLIA² nennt der Hersteller pannensicher, ihr Luftpolster dämpft in der Regel stärker. Wer überwiegend auf glatten Wegen fährt, kommt mit EVA-Rädern gut zurecht, auf Pflaster lohnt sich ein größerer Raddurchmesser.
Passt ein Buggy ins Handgepäck im Flugzeug?
Der Hersteller des Cybex Orfeo bezeichnet das Modell als Kabinengepäck und gibt gefaltet 53 x 47,5 x 52,5 Zentimeter an. Die erlaubten Maße legt jede Fluggesellschaft selbst fest und ändert sie teils. Fragen Sie deshalb vor der Buchung nach der aktuellen Regelung, auch für andere Modelle.
Was kostet ein guter Buggy mit Liegeposition?
Im Vergleich reichen die Straßenpreise bei Otto von rund 60 bis rund 350 Euro. Vier Modelle kosten weniger als 100 Euro, zwei liegen über 300 Euro. Ein höherer Preis bringt im Datenvergleich vor allem Fahrwerk, Packmaß oder Gewicht, nicht automatisch eine längere Nutzungsdauer.
Wie lange lässt sich ein Buggy nutzen?
Bis zum Höchstgewicht des Herstellers. Zwei Modelle im Vergleich sind bis 15 Kilogramm zugelassen, acht bis 22 Kilogramm. Hauck und my junior nennen für ihre Modelle 48 Monate beziehungsweise bis zu vier Jahre. Entscheidend ist, wann das Kind das Gewicht erreicht oder aus dem Sitz herauswächst.
Lässt sich eine Babyschale auf den Buggy setzen?
Bei manchen Modellen ja, bei anderen nicht. Cybex nennt für den Orfeo einen Adapter für eigene Babyschalen, beim Hauck Shop N Care weist Otto auf die Kompatibilität mit einer Babyschale hin. Meist ist ein Adapter nötig. Fragen Sie vor dem Kauf nach, ob Ihre Schale auf das Gestell passt.
Wie pflege ich den Buggy richtig?
Wischen Sie den Rahmen mit einem feuchten Tuch ab und entfernen Sie Sand aus den Gelenken. Sitzbezüge sind je nach Modell abnehmbar, Cybex nennt für den Orfeo 30 Grad. Beim Hauck Travel N Care ist der Korbbezug abnehmbar und waschbar. Das Pflegeetikett des jeweiligen Modells hat Vorrang.