Kaufberatung: Worauf Sie bei Akkuschrauber achten sollten
Welche Bauarten gibt es?
Im Haushalt kommen vor allem drei Gerätearten infrage. Der Akku-Bohrschrauber bohrt in Holz und Metall und dreht Schrauben ein. Er hat ein Bohrfutter, ein Getriebe mit meist zwei Gängen und eine einstellbare Drehmomentkupplung. Die Mehrzahl der zehn verglichenen Geräte gehört in diese Gruppe, zum Beispiel der Makita DDF482RFJ oder der Worx WX102 Nitro.
Der Akku-Schlagbohrschrauber hat zusätzlich eine Schlagfunktion. Sie lässt sich abschalten und ist für Mauerwerk und Ziegel gedacht. Im Vergleich haben sie der DeWalt DCD709P2T, der Einhell TE-CD 18/44 Li-i und der Einhell TP-CD 18/50 Li-i BL. Für Stahlbeton oder regelmäßige Arbeiten in Stein ist ein Bohrhammer die bessere Wahl, den dieser Vergleich nicht abdeckt.
Dazu kommen Akku-Schlagschrauber, die mit Drehstößen sehr feste Schrauben lösen, und kleine stabförmige Akkuschrauber mit einem Drehmoment von wenigen Newtonmetern. Beide sind keine Alternative zum Bohrschrauber, weil sie nicht oder nur eingeschränkt bohren.
12 Volt oder 18 Volt?
Die Spannung bestimmt zusammen mit dem Motor, wie viel Kraft ein Gerät aufbringen kann. In diesem Vergleich ist der Makita DF333DSAE mit 12 Volt das einzige Gerät der kleineren Klasse. Er nennt 30 Newtonmeter im harten Schraubfall und wiegt mit Akku 1,1 bis 1,2 Kilogramm. Die 18-Volt-Geräte erreichen 32 bis 65 Newtonmeter.
Manche Hersteller geben die Spitzenspannung eines vollen Akkus an, etwa 20 Volt Max. beim Worx WX102 Nitro, andere die Nennspannung von 18 Volt. Gemeint ist in der Regel dieselbe Geräteklasse. Wichtiger als die Zahl auf dem Gehäuse ist das Drehmoment im harten Schraubfall und die Bohrleistung in Holz und Stahl.
| Klasse | Typische Arbeiten | Drehmoment im Vergleich |
|---|
| 12 Volt | Möbelaufbau, Regalmontage, kleine Löcher | 30 Nm |
| 18 Volt, Einstieg | Regale, Zäune, Holzverschraubungen | 32 bis 52 Nm |
| 18 Volt, oberes Feld | Terrassendielen, Balken, größere Bohrungen | 55 bis 65 Nm |
Drehmoment, Drehzahl und Gänge
Das Drehmoment wird in Newtonmetern angegeben. Hersteller nennen oft einen hohen Maximalwert, der nur beim Blockieren des Motors anliegt. Aussagekräftiger ist der Wert im harten Schraubfall. Er beschreibt eine Verbindung, die nach kurzem Weg festsitzt, etwa eine Schraube in Metall. Der weiche Schraubfall beschreibt eine Verbindung, bei der das Drehmoment über einen längeren Weg ansteigt, zum Beispiel Holzschrauben in Weichholz.
Die Unterschiede in den Datenblättern sind groß. Der Bosch EasyDrill 18V-40 nennt 40 Newtonmeter maximal, davon 32 im harten und 23 im weichen Schraubfall. Der Makita DDF482RFJ kommt auf 64 Newtonmeter maximal, 62 hart und 36 weich. Beim Einhell TP-CD 18/50 Li-i BL und beim Worx WX102 Nitro bleibt offen, welche Definition hinter 50 und 60 Newtonmetern steckt.
Zwei Gänge sind bei allen Geräten Standard. Der erste Gang mit rund 400 bis 600 Umdrehungen pro Minute dient dem Schrauben und dem Bohren in Stahl, der zweite Gang mit 1.500 bis 2.000 Umdrehungen pro Minute dem schnellen Bohren in Holz. Die Drehmomentkupplung stellt ein, bei welchem Drehmoment sie durchrutscht. Mehr Stufen erlauben eine feinere Abstimmung, in diesem Vergleich liegen sie zwischen 16 und 24.
Kohlebürsten oder bürstenloser Motor?
Ein Motor mit Kohlebürsten überträgt den Strom über Schleifkontakte. Diese Bürsten nutzen sich ab und lassen sich als Ersatzteil tauschen, Makita führt sie für den DDF482 als Zubehör. Ein bürstenloser Motor, bei Metabo Brushless genannt, arbeitet ohne diese Kontakte und wird elektronisch gesteuert.
Metabo nennt für den Brushless-Motor Effizienz und eine längere Laufzeit. Im Vergleich nennen fünf Geräte einen bürstenlosen Motor: Worx WX102 Nitro, Metabo BS 18 L BL, DeWalt DCD709P2T, Einhell TP-CD 18/50 Li-i BL und Black+Decker BL186K. Der Einhell TE-CD 18/44 Li-i und der Makita DDF482RFJ arbeiten mit Kohlebürsten. Bei drei Geräten macht der Hersteller keine Angabe.
Für gelegentliche Arbeiten im Haushalt reicht ein Kohlemotor, bei häufigem Einsatz zahlt sich die bürstenlose Bauart eher aus. Der Preisaufschlag ist im Vergleich gering: Das bürstenlose Set von Einhell kostet 120 Euro, das Set mit Kohlemotor von Makita 200 Euro.
Akku, Kapazität und Akkusystem
Die Kapazität eines Akkus steht in Amperestunden, kurz Ah. Multipliziert mit der Spannung ergibt sich der Energieinhalt in Wattstunden: Ein 18-Volt-Akku mit 2,0 Ah speichert 36 Wattstunden, einer mit 5,0 Ah 90 Wattstunden. Ein 12-Volt-Akku mit 2,0 Ah kommt nur auf 24 Wattstunden.
Die Sets im Vergleich unterscheiden sich deutlich. Der DeWalt DCD709P2T bringt zwei Akkus mit 5,0 Ah mit, zusammen 180 Wattstunden. Der Makita DDF482RFJ hat zwei Akkus mit 3,0 Ah, zusammen 108 Wattstunden. Die meisten übrigen Sets enthalten zwei Akkus mit 2,0 Ah. Black+Decker BL186K und Einhell TE-CD 18/44 Li-i haben nur einen Akku mit 1,5 beziehungsweise 2,5 Ah.
Ein zweiter Akku verhindert Wartezeiten, weil einer laden kann, während der andere arbeitet. Wer später weitere Geräte desselben Herstellers kaufen will, sollte auf das Akkusystem achten. Bosch gibt für den EasyDrill die Power for All Alliance an, Metabo nennt Akkus der CAS-Partnermarken, Einhell das System Power X-Change. Geräte verschiedener Hersteller sind in der Regel nicht kompatibel, prüfen Sie die Herstellerangabe vor dem Kauf.
Bohrfutter, Bohrer und Bits
Das Schnellspannbohrfutter nimmt Bohrer und Bits ohne Werkzeug auf. Gängig sind Futter bis 13 Millimeter, die Bohrer mit rundem Schaft bis zu diesem Durchmesser spannen. Das Futter des Makita DF333DSAE reicht nur bis 10 Millimeter, was für dickere Bohrer nicht genügt. Ein einhülsiges Metallfutter, wie es Einhell beim TE-CD 18/44 Li-i beschreibt, lässt sich mit einer Hand anziehen.
Schrauber-Bits mit sechskantigem Schaft gehören in einen Bithalter, der ins Futter gespannt wird. Für den Bosch EasyDrill nennt der Hersteller Schrauben bis 8 Millimeter Durchmesser, für den Bosch Professional GSR 18V-21 bis 10 Millimeter.
Die Bohrdurchmesser der Datenblätter gelten für Holzbohrer und für Metallbohrer. Gemeint sind Maximalwerte unter günstigen Bedingungen. In Stahl liegen sie bei 10 bis 13 Millimetern, in Holz zwischen 21 und 40 Millimetern. Für Mauerwerk benötigen Sie Steinbohrer und eine Schlagfunktion.
Verbrauch und laufende Kosten
Der Strombedarf eines Akku-Bohrschraubers ist gering. Ein Akku mit 18 Volt und 2,0 Ah speichert 36 Wattstunden, also 0,036 Kilowattstunden. Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde kostet eine Ladung rund 1,3 Cent, Ladeverluste nicht eingerechnet. Ein Akku mit 5,0 Ah kommt auf 0,09 Kilowattstunden und rund 3,2 Cent.
Als Beispiel nennt Einhell für den TE-CD 18/44 Li-i etwa 380 Holzschrauben mit 6 mal 45 Millimetern in Weichholz pro Ladung des 2,5-Ah-Akkus. Das entspricht 0,045 Kilowattstunden und etwa 1,6 Cent für 380 Schrauben. Der Strom ist also kaum ein Kostenfaktor.
Teurer sind der Ersatz von Akkus und bei Kohlemotoren der Tausch der Bürsten. Akkus verlieren mit der Zeit Kapazität, bei häufiger Nutzung nach einigen Jahren spürbar. Wer ein Set mit zwei Akkus kauft, verteilt die Belastung auf beide. Rechnen Sie bei Ersatzakkus mit einem zweistelligen Euro-Betrag je Akku, die genauen Preise hängen von Marke und Kapazität ab.
Richtig bohren und schrauben
Stellen Sie die Drehmomentkupplung zunächst niedrig ein und erhöhen Sie sie, bis die Schraube bündig sitzt. So vermeiden Sie ausgerissene Schraubenköpfe und zu tief versenkte Schrauben. Zum Bohren schalten Sie auf die Bohrstellung, bei der die Kupplung nicht durchrutscht.
In Holz bohren Sie im zweiten Gang mit hoher Drehzahl, in Stahl im ersten Gang mit niedriger Drehzahl und etwas Schmiermittel. Beim Schlagbohren in Mauerwerk schalten Sie die Schlagfunktion ein und verwenden Steinbohrer. Prüfen Sie vor dem Bohren in Wände, ob dort Leitungen verlaufen, etwa mit einem Leitungssucher.
Bei Hartholz und nahe am Rand eines Brettes bohren Sie die Schraubenlöcher vor, damit das Holz nicht reißt. Der Bohrer sollte dabei etwas dünner sein als der Kern der Schraube. Ein Senker sorgt dafür, dass der Schraubenkopf bündig sitzt.
Tragen Sie beim Bohren eine Schutzbrille, bei Schlagbohrarbeiten zusätzlich einen Gehörschutz. Spannen Sie kleine Werkstücke fest ein, damit sie sich nicht mitdrehen. Setzen Sie den Bohrer erst bei laufender Drehzahl an und lassen Sie die Maschine arbeiten, ohne stark zu drücken.
Pflege und Lagerung
Entfernen Sie nach der Arbeit Staub und Späne mit einem trockenen Tuch oder Pinsel, auch aus den Lüftungsschlitzen. Das Bohrfutter sollte frei laufen, Rückstände in den Backen lassen sich mit einem Pinsel entfernen. Verwenden Sie keine Lösungsmittel an Kunststoffteilen.
Lithium-Ionen-Akkus lagern Sie trocken und bei Zimmertemperatur, nicht im Auto und nicht bei Frost. Für längere Pausen empfehlen Hersteller meist einen mittleren Ladezustand statt eines vollen oder leeren Akkus. Laden Sie nur mit dem passenden Ladegerät und nicht auf brennbaren Unterlagen. Tauschen Sie beschädigte Akkus aus und werfen Sie sie nicht in den Hausmüll, sondern geben Sie sie bei einer Sammelstelle ab.
Bei Geräten mit Kohlebürsten ist ein Bürstenwechsel nach längerer Nutzung möglich. Makita nennt für den DDF482 einen Tiefentladeschutz, der das Gerät bei fast leerem Akku abschaltet, Metabo für den BS 18 L BL einen Überlastschutz gegen Überhitzung des Motors. Lassen Sie ein überhitztes Gerät abkühlen.
Typische Fehler beim Kauf
Ein häufiger Fehler ist, nur auf das maximale Drehmoment zu achten. Ohne Angabe, ob der Wert im harten Schraubfall oder als Blockiermoment gilt, sind Zahlen verschiedener Hersteller nicht vergleichbar. Achten Sie auch auf das Gewicht: Es wird teils ohne und teils mit Akku angegeben, im Vergleich zwischen 0,9 und 2,10 Kilogramm.
Ebenso häufig wird das Set falsch gewählt. Ein Gerät ohne Akku kann deutlich günstiger sein, bringt aber nur etwas, wenn bereits Akkus desselben Systems vorhanden sind. Prüfen Sie, wie viele Akkus mit welcher Kapazität im Angebot liegen. Gleichnamige Modelle werden oft in mehreren Sets angeboten, etwa mit einem oder zwei Akkus.
Vergleichen Sie deshalb Preise immer für das gleiche Set. Der Bosch EasyDrill 18V-40 kostet bei Bosch ohne Akku und Ladegerät 67,98 Euro, das Set mit zwei Akkus und Koffer bei Otto 94,99 Euro.
Weitere Fehler sind ein zu kleines Bohrfutter, eine fehlende Schlagfunktion bei häufigen Arbeiten in Mauerwerk und ein zu schweres Gerät für lange Einsätze über Kopf. Wer selten schraubt, braucht kein bürstenloses Profigerät, wer regelmäßig Terrassendielen verlegt, kommt mit der Einstiegsklasse schnell an die Grenze.
Fachbegriffe kurz erklärt:
- Harter Schraubfall: Verbindung, die nach kurzem Weg festsitzt, etwa Schraube in Metall.
- Weicher Schraubfall: Drehmoment steigt über einen längeren Weg, etwa Holzschraube in Weichholz.
- Brushless: bürstenloser Motor ohne Kohlebürsten.
- Leerlaufdrehzahl: Drehzahl des Bohrfutters ohne Belastung.
- Schlagzahl: Schläge pro Minute im Schlagbohrbetrieb.
Häufige Fragen zu Akkuschrauber
Wie viel Drehmoment brauche ich?
Für Möbelaufbau und Regalmontage genügen 30 bis 40 Newtonmeter, so viel nennen der Makita DF333DSAE im harten Schraubfall und der Bosch EasyDrill 18V-40 mit 32. Für Terrassendielen, Zäune und größere Bohrungen sind 55 bis 65 Newtonmeter sinnvoll. Achten Sie darauf, ob der Hersteller den Wert für den harten Schraubfall oder als Maximalwert nennt.
Reichen 12 Volt für den Haushalt?
Für leichte Arbeiten wie Möbelaufbau, Gardinenstangen oder Regale reichen 12 Volt. Der Makita DF333DSAE nennt dafür 30 Newtonmeter im harten Schraubfall und bohrt bis 21 Millimeter in Holz sowie 10 Millimeter in Stahl. Für dickere Bohrer und Holzverschraubungen im Außenbereich sind die 18-Volt-Geräte mit 32 bis 65 Newtonmetern besser geeignet.
Wozu dient die Schlagbohrfunktion?
Die Schlagfunktion hämmert beim Bohren zusätzlich in Bohrrichtung und erleichtert das Bohren in Ziegel, Stein und leichtem Beton. Im Vergleich haben sie der DeWalt DCD709P2T und die beiden Einhell-Geräte. Für Stahlbeton oder häufige Arbeiten in Stein ist ein Bohrhammer die bessere Wahl. In Holz und Metall wird die Schlagfunktion abgeschaltet.
Lohnt sich ein bürstenloser Motor?
Metabo nennt für den Brushless-Motor Effizienz und eine längere Laufzeit. Kohlebürsten verschleißen und lassen sich bei einigen Modellen tauschen. Für seltene Arbeiten genügt ein Kohlemotor. Bei häufiger Nutzung kann sich die bürstenlose Bauart lohnen. Im Vergleich nennen fünf Geräte einen bürstenlosen Motor, das günstigste kostet 120 Euro.
Wie viele Amperestunden sollte der Akku haben?
Für gelegentliche Arbeiten genügen 1,5 bis 2,0 Amperestunden. Bei längeren Einsätzen wie dem Verlegen von Terrassendielen sind 3,0 bis 5,0 Amperestunden sinnvoll, weil der Akku seltener gewechselt werden muss. Ein Akku mit 5,0 Ah ist allerdings schwerer. Ein zweiter Akku im Set spart Wartezeit, weil einer laden kann, während der andere im Einsatz ist.
Passen Akkus verschiedener Marken zusammen?
Nur innerhalb gemeinsamer Systeme. Bosch nennt für den EasyDrill die Power for All Alliance, Metabo die Partnermarken des Cordless Alliance System, Einhell das System Power X-Change. Geräte der übrigen Hersteller im Vergleich haben jeweils eigene Akkus. Prüfen Sie die Kompatibilität vor dem Kauf auf der Herstellerseite.
Was kostet das Laden eines Akkus?
Ein 18-Volt-Akku mit 2,0 Amperestunden speichert 36 Wattstunden. Bei 35 Cent je Kilowattstunde, einem angenommenen Preis, kostet eine Ladung rund 1,3 Cent ohne Ladeverluste. Selbst ein Akku mit 5,0 Amperestunden kommt auf rund 3,2 Cent je Ladung. Die Stromkosten fallen gegenüber dem Gerätepreis kaum ins Gewicht.
Wie lagere ich den Akku richtig?
Lagern Sie Lithium-Ionen-Akkus trocken, bei Zimmertemperatur und nicht in der Sonne, im Auto oder bei Frost. Für längere Pausen empfehlen Hersteller meist einen mittleren Ladezustand. Laden Sie nur mit dem passenden Ladegerät und nicht unbeaufsichtigt auf brennbarem Untergrund. Beschädigte Akkus geben Sie bei einer Sammelstelle ab.
Welches Bohrfutter ist das richtige?
Ein 13-Millimeter-Schnellspannbohrfutter nimmt die gängigen Bohrer und Bits auf, es haben fast alle Geräte im Vergleich. Der Makita DF333DSAE hat ein 10-Millimeter-Futter, der Bosch EasyDrill 18V-40 und mehrere andere 13 Millimeter. Ein einhülsiges Futter lässt sich einhändig anziehen. Wichtig ist, dass die Backen rund laufen und die Bohrer fest sitzen.